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Politik

Jeder Vierte würde Pflegekraft schwarz beschäftigen

Dienstag, 22. Januar 2013

Düsseldorf  – Etwa jeder vierte Deutsche könnte sich vorstellen, eine Pflegekraft schwarz zu beschäftigen. Das ergab eine am Dienstag in Düsseldorf veröffentlichte Umfrage der DKV Deutsche Kran­ken­ver­siche­rung. 58 Prozent der Befragten lehnen hingegen eine illegale Beschäftigung zur Pflege ihrer Angehörigen ab.  

Die Skrupel verschwinden laut Umfrage offenbar mit höherem Bildungsabschluss. Während 68 Prozent der Hauptschulabsolventen sich nicht vorstellen können, eine Pflegekraft schwarz zu beschäftigen, sind dies bei Menschen mit Abitur nur noch 51 Prozent. Dabei ist die illegale Beschäftigung kein Kavaliersdelikt, sondern mindestens eine Ordnungswidrigkeit, die mit hohen Bußgeldern bis zu 500.000 Euro geahndet wird. Schätzungen zufolge sind 60.000 bis 100.000 illegale Pflegekräfte in deutschen Haushalten beschäftigt.  

58 Prozent der Arbeitnehmer können sich indes vorstellen, ihre Berufstätigkeit eine Zeitlang zu unterbrechen, um einen Angehörigen zu pflegen. Frauen (62 Prozent) wären etwas häufiger dazu bereit als Männer (55 Prozent). Überdurchschnittlich groß ist die Bereitschaft bei Menschen mit einem Haushaltseinkommen unter 1.500 Euro. Etwa ein Viertel der Befragten kann sich dagegen nicht vorstellen, eine Zeitlang Job gegen Pflege zu tauschen. Befragt wurden im vergangenen Jahr über 2.000 Menschen unter 66 Jahren. 

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Seit der Pflegereform 2008 haben Arbeitnehmer das Recht, sich bis zu einem halben Jahr von der Arbeit ganz oder teilweise freistellen zu lassen. Seit 2012 ist eine teilweise Freistellung im Rahmen der Familienpflegezeit von zwei Jahren möglich, hier besteht allerdings kein Rechtsanspruch. Beide Pflegezeitmodelle werden nur von einer Minderheit der Pflegenden in Anspruch genommen. © afp/aerzteblatt.de

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