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Prefere-Studie soll beste Therapieoption für Prostatakrebs finden helfen

Mittwoch, 23. Januar 2013

Berlin – Die weltweit größte klinische Studie zum lokal begrenzten Prostatakarzinom hat heute begonnen. Mit der Prefere-Studie sollen in den nächsten 17 Jahren evidenz­basierte Daten zu den vier derzeit angewandten Therapieoptionen gefunden werden. „Aktuell stehen mit der Prostatektomie, der Strahlentherapie, der Brachytherapie und der Aktiven Überwachung vier Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung“, sagte Studienleiter Michael Stöckle von der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes. „Wir wissen jedoch nicht, welche dieser Optionen die beste ist. Dieses Problem wollen wir mit der Studie lösen.“

Die Patienten seien vom heutigen Wissensdefizit gequält, denn sie selbst müssten sich nach Bauchgefühl für eine der Therapiemöglichkeiten entscheiden. Bestechend sei insbesondere das Konzept der Aktiven Überwachung, denn es beinhalte, Patienten so spät wie möglich zu operieren und ihnen dadurch Nebenwirkungen zu ersparen. „Aber gerade hier ist die Datenlage am wenigsten stabil“, erklärte Stöckle.

„Es gibt 64.000 Prostatakrebsdiagnosen und 30.000 Prostataoperationen pro Jahr“, erläuterte Jens-Peter Zacharias, Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe. Von einer gleichen Verteilung der vier Behandlungsoptionen könne also nicht gesprochen werden. „Es kann nicht sein, dass es bei diesem Operationsumfang bleibt“, so Zacharias, „denn die Nebenwirkungen sind vielfach erheblich.“

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Auch niedergelassene Urologen beteiligt
An der Studie sind auch „Hunderte niedergelassene Urologen beteiligt“, wie der zweite Studienleiter, Thomas Wiegel von der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Ulm, erklärte. Wenn Patienten von diesen Urologen nun die Diagnose Prostatakarzinom gestellt bekämen, erhielten sie ein Patientenvideo und weitere Informationsmaterialien zu Prefere. „Der jeweilige Ausbildungsweg prägt die einzelnen Urologen. Damit die Patienten so neutral wie möglich über die Therapieoptionen aufgeklärt werden, erhalten sie deshalb das Informationsmaterial“, so Wiegel.

Haben sie sich für eine Teilnahme an der Studie entschieden, werden sie in eines von bundesweit 90 Prüfzentren eingewiesen, die alle vier Behandlungsformen qualitäts­gesichert anbieten. Dort wird die Diagnose überprüft, und die Patienten werden, bei einer Bestätigung der Diagnose, in einen der vier Studienarme gelost.

In den kommenden vier Jahren sollen 7.600 Patienten für die Prefere-Studie gewonnen werden. In den darauf folgenden 13 Jahren werden sie beobachtet. 11,5 Millionen Euro stellen gesetzliche und private Krankenversicherungen für die Finanzierung der Studie bereit, weitere 13,5 Millionen Euro kommen von der Deutschen Krebshilfe.

„Für ein Einzelprojekt ist das für die Krebshilfe eine ungewöhnlich hohe Summe, zumal wir uns aus Spendengeldern finanzieren“, sagte deren Hauptgeschäftsführer, Gerd Nettekoven. Doch das Projekt sei zuvor einer intensiven Prüfung unterzogen worden und „so glauben wir, alles getan zu haben, um unseren Spendern gegenüber die hohe Beteiligung rechtfertigen zu können“. © fos/aerzteblatt.de

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