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Medizin

Übergewicht bei Kindern problematischer als angenommen

Mittwoch, 23. Januar 2013

dpa

Los Angeles – Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist offenbar mit einem noch höheren Gesundheitsrisiko verbunden als bisher angenommen. Das meinen Wissen­schaftler der Universität California in einem Beitrag in der Zeitschrift Academic Pediatrics (doi:10.1016/j.acap.2012.10.007).

Die Wissenschaftler um Neal Halfon untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und 21 psychosozialen, gesundheitlichen und sozio-demografischen Faktoren. Insgesamt schlossen sie 43.000 Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren ein. 15 Prozent dieser Kinder wurden als übergewichtig eingestuft (BMI zwischen der 85. und 95. Perzentile) und 16 Prozent als adipös (BMI > 95. Perzentile).

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Aus der Studie geht hervor, dass Kinder, die als adipös eingestuft wurden, deutlich häufiger Gesundheitsstörungen aufweisen. Emotionale oder Verhaltensstörungen, Probleme in der Schule, ADHS, Depression, Lernstörung, Entwicklungsstörungen im Bereich der Knochen, Muskeln oder Gelenke, Asthma, Allergien, Kopfschmerzen sowie Ohrentzündung waren bei diesen Kindern häufiger als bei gleichaltrigen Studien­teilnehmern mit Normalgewicht.

Konkret hatten übergewichtige Kinder ein 1,3-fach erhöhtes Gesundheitsrisiko für Entwicklungsstörungen und andere Dysfunktionen. Adipöse Kinder hingegen zeigten ein doppeltes Risiko für die genannten Störungen.

Die Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Gesundheit der Kinder und der sozio-ökonomischen Umgebung, in der sie leben. Deshalb schlagen sie vor, die Präven­tion gezielt an diese sozio-ökonomischen Gruppen zu richten. Die vom Übergewicht betroffenen Kinder sollten dringend bezüglich ihrer Komorbidität untersucht und begleitet werden.

„Die Studie hilft uns Übergewicht in der Kindheit und im Jugendalter besser zu verstehen. Mit etwas Überraschung müssen wir feststellen, wie vielfältig das Thema ist“, sagte Halfon. © hil/aerzteblatt.de

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