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Medizin

Niedrigere Mortalität nach Guillain-Barré-Syn­drom

Mittwoch, 23. Januar 2013

Berlin – Die Mortaliät von Patienten mit Guillain-Barré-Syndrom (GBS), die in der Akut­phase beatmungspflichtig sind, liegt bei 5,5 Prozent im Krankenhaus und 13,6 Prozent in der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 52 Monaten. „Sie ist damit deutlich niedriger als in früheren Studien“, meint der Erstautor einer neuen Untersuchung, Jens Witsch vom Zentrum für Schlaganfallforschung an der Charité Berlin. Die Studie ist im Journal of Neurology erschienen (doi 10.1007/s00415-012-6806-x).

„Die aktuellsten umfassenden Daten intensivpflichtiger GBS-Patienten wurden im Jahr 2000 veröffentlicht. Seitdem hat sich das therapeutische Vorgehen in wichtigen Punkten verändert“, erläuterte Witsch den Anlass für die Untersuchung. Hauptziel der retro­spektiven Kohortenstudie war die Frage, wie es den Patienten mehrere Jahre nach ihrer intensivmedizinischen Behandlung geht. Die Forscher schlossen dafür 110 Patienten aus neun universitären deutschen Zentren ein, die in der Akutphase ihrer Erkrankung mechanisch beatmet wurden.

Neben der Mortalität erfassten die Wissenschaftler den Grad der Behinderung, die Lebensqualität und eine mögliche Fatigue. Im Mittel betrug die Zeit des Follow-up 52,6 Monate.

Geringere Mortalität
„Wir haben heraus gefunden, dass die frühe Mortalität im Krankenhaus (6 Patienten = 5,5 Prozent) und die Langzeitmortalität (15 Patienten = 13,6 Prozent) geringer waren als in den Vorgängerstudien“, so Witsch. Bei etwa der Hälfte der Patienten sei das Langzeitergebnis gut, gemessen mit Hilfe der GBS Disability Skala. 27,5 Prozent waren körperlich mittelstark eingeschränkt mit Werten von zwei bis drei auf der Skala. Etwa jeder fünfte Patient hatte ein schlechtes Ergebnis mit Werten größer drei.

Beachtenswert fand Witsch die stark eingeschränkte Lebensqualität vieler Patienten. Zwischen 35 und 65 Prozent berichteten von Problemen in den Bereichen „Mobilität“, „Selbstversorgung „, „Alltagstätigkeiten „, „Schmerzen“ und „Angst/Depressionen“. Auffällig sei die hohe Akutmortalität aufgrund typischer GBS-Komplikationen wie autonomer Dysfunktion. „Gerade unter diesem Aspekt sind weitere prospektive Studien sinnvoll mit dem Ziel, Gründe für die Akutmortalität besser zu charakterisieren und therapeutische Konzepte zu entwickeln“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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