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Politik

Arbeitssituation in den Gesundheitsberufen: Prävention immer wichtiger

Mittwoch, 23. Januar 2013

dapd

Gelsenkirchen/Bochum – Als „Achillesferse“ für die Zukunftsbranche Gesundheit hat das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule) die Arbeitsgestaltung und das Einkommen mancher Berufe in der Gesundheitswirtschaft bezeichnet. Datenbasis einer entsprechenden Studie des IAT ist der sogenannte Lohnspiegel der Hans-Böckler-Stiftung. Das ist eine fortlaufende Online-Erhebung freiwilliger, selbstberichteter Einkommens- und Arbeitsbedingungen über alle Branchen und Berufsgruppen hinweg und umfasst derzeit rund 70.000 Meldungen.

Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkts Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität am IAT nahmen daraus die Gehälter und Arbeitsbedingungen in den Gesundheits­berufen unter die Lupe: „Im Vergleich mit anderen Berufsgruppen sind die Verhältnisse dort zwar ‚keineswegs verheerend schlecht‘, jedoch gibt es einige Bereiche, in den es zu massiven Problemen kommt“, so die Wissenschaftler.

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Problematische Situation in der Altershilfe
Besonders schlecht seien die Arbeitsbedingungen bei geringer qualifizierten Berufs­gruppen und in der Altenhilfe. „Bei knapper werdendem Arbeitskräftepotenzial in der Gesamtwirtschaft und stark wachsendem Bedarf gerade in der Altenhilfe stellt dies eine höchst problematische Situation dar“, warnen die IAT-Wissenschaftler.

Als ein großes Problem der Gesundheitswirtschaft sehen die Wissenschaftler außerdem eine übermäßig hohe Stressanfälligkeit, die mit dem Alter zunehme. Diese Zunahme des Stresserlebens mit dem Alter lasse sich aber aus der Datenbasis gerade für Ärzte nicht ableiten.

Dennoch seien Konzepte für eine alternsgerechte Arbeitsgestaltung notwendig, um – neben der Einkommensgestaltung – die Arbeit in den Gesundheitsberufen attraktiver zu machen. „Nur so lassen sich auch neue Zielgruppen als Arbeitskräfte gewinnen, etwa Berufsrückkehrer oder ausländische Fachkräfte für Medizin und Pflege sowie Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen oder Migrationshintergrund“, hieß es aus dem IAT.

Trotz hoher psychischer und physischer Belastungen sind offenbar rund 65 Prozent der professionell Pflegenden mit ihrer Arbeitssituation zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bielefeld im Auftrag der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege. Neun von zehn Befragten bewerten ihre Aufgabe als wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und sind hochmotiviert. Das sei auch darauf zurückzuführen, dass sie ihr erlerntes Fachwissen bei der täglichen Arbeit sehr gut einbringen könnten, so die Teilnehmer der Befragung.

Stressfaktor Zeitdruck
Allerdings gab mehr als die Hälfte der befragten Personen an, dass sich der Zeitdruck negativ auf die Arbeit auswirke. Mehr als 30 Prozent der Befragten müssen ihre Arbeit sehr oft unterbrechen, um an anderer Stelle einzuspringen. Dies hat auch Auswirkungen auf den Gesundheitszustand: Jede fünfte Pflegekraft klagt täglich über Rücken­schmerzen, jede vierte arbeitet mit Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich weiter. Auch das Privatleben leidet. So gab mehr als jede dritte Altenpflegerin an, dass ihr Beruf nicht mit ihrem Familienleben vereinbar sei.

Besonders vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Fachkräftemangels empfiehlt das Zentrum für Qualität in der Pflege eine bessere Vorsorgestrategie: „Maßnahmen der betrieblichen Gesund­heits­förder­ung und Prävention werden immer wichtiger, um die vorhanden Potenziale der professionell Pflegenden gezielt zu stärken und diese gesellschaftlich hochrelevante Berufsgruppe langfristig im Beruf zu halten“, sagte Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der Pflege. © hil/aerzteblatt.de

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