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Medizin

Nano-Medikament verlängert Leben bei Pankreaskarzinom

Mittwoch, 23. Januar 2013

Scottsdale – Das „Nano-Medikament“ Abraxane, in dem der Wirkstoff Paclitaxel zur Verstärkung an Albumin gebunden ist, hat in einer randomisierten Studie die Überle­bens­zeit beim Pankreaskarzinom um fast zwei Monate verlängert. Es handelt sich um einen bescheidenen Erfolg bei einem Karzinom, das sich in den letzten Jahrzehnten vielen Therapieversuchen widersetzt hat.

Die Bindung an Albumin, die mit Hilfe von Nanopartikeln erzielt wird, soll die Konzen­tration des Zytostatkums Paclitaxel im Tumor erhöhen. Der Hersteller konnte die klinischen Vorteile für das metastasierte Mammakarzinom nachweisen, wo es seit 2008 (FDA bereits 2005) zugelassen ist. In den USA darf das Mittel seit Oktober letzten Jahres auch beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom eingesetzt werden.

Die Metastatic Pancreatic Adenocarcinoma Clinical Trial (MPACT) hat das Medikament an 861 Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom mit Placebo verglichen. Alle Teilnehmer der Studie wurden außerdem mit Gemcitabin behandelt, eines der wenigen bei diesem Tumor zugelassenen Medikamente und seit einigen Jahren der Standard, sofern eine medikamentöse Therapie gewünscht wird.

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Die Wirkung ist begrenzt, und in der MPACT-Studie lebten die Patienten unter der Monotherapie mit Gemcitabin im Durchschnitt nur noch 6,7 Monate. Wie das Team um Daniel von Hoff vom Virginia G. Piper Cancer Center in Scottsdale/Arizona mitteilt, verlängerte die Kombination mit Abraxane die Überlebenszeit auf 8,5 Monate, also um knapp zwei Monate. Dank der großen Teilnehmerzahl der Studie war der Unterschied signifikant, bei Behandlungskosten im Bereich von 8.000 Euro im Monat dürfte der Vorteil allerdings an die Grenzen der wirtschaftlichen Vernunft stoßen.

Es handelt sich allerdings um einen der wenigen medizinischen Fortschritte bei diesem Tumor. Ein anderer wurde im letzten Jahr mit der Kombination Folfirinox (Oxaliplatin, Folinsäure, Irinotecan, 5-Fluorouracil) erzielt, die die Überlebenszeit sogar um 4 Monate verlängerte, allerdings auf Kosten einer hohen Toxizität. Auch unter Abraxane kommt es zu einer Zunahme der Nebenwirkungen gegenüber der Gemcitabin-Monotherapie, die neben der Neutropenie (38 versus 27 Prozent) und der Abgeschlagenheit (17 versus 7 Prozent) vor allem die Neuropathie (17 versus 1 Prozent) betrifft. Die Verträglichkeit dürfte allerdings besser sein als unter dem Folfirinox-Regime. Ein weitere Vorteil von Abraxane ist, dass die Patienten keine Infusionspumpe tragen müssen.

Die Ergebnisse der Studie wurden im im Vorfeld der Gastrointestinal Cancers Symposium mitgeteilt, die in dieser Woche in San Francisco stattfindet. Eine Publikation steht aus. Aufgrund der Verlängerung der Überlebenszeit, dürfte der Hersteller Celgene gute Chancen auf eine Indikationserweiterung haben. © rme/aerzteblatt.de

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