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Politik

Caritas-Chef kritisiert soziale Ungerechtigkeit

Montag, 28. Januar 2013

Bad Staffelstein – Das Gesundheitssystem in Deutschland ist nach den Worten des Präsi­denten des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, sozial ungerecht. Dies habe sich auch mit der Abschaffung der Praxisgebühr nicht geändert, sagte Neher am Wochen­ende im oberfränkischen Bad Staffelstein. „Wir brauchen keine Medizin-Tafeln in Deutschland. Was wir brauchen, ist ein Gesundheitssystem, das auch die Menschen nicht aus dem Blick verliert, die am Rande der Gesellschaft leben.“

Zuzahlungen sowie Probleme beim Zugang zu Ärzten, „Stichwort: gesetzlich bezie­hungsweise privat versichert“ und nicht verschreibungspflichtige Medikamente erschwer­ten ärmeren Menschen den Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung, kritisierte Neher. Aber auch Einkommen, Bildungsstand und Beschäftigungssituation hätten Einfluss auf die Krankengeschichte.

„Eine aktive Beschäftigungspolitik ist daher eine Herausforderung, die auch für das Ziel der Gesundheitsgerechtigkeit höchst relevant ist“, so der Caritaspräsident. Neher äußerte sich am Samstag beim Neujahrsempfang des Erzbistums Bamberg. An der Veranstaltung nahmen rund 800 Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft teil, darunter auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). © kna/aerzteblatt.de

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