NewsVermischtesWissenschaftler fordern neue Strategien in der Antibiotikaforschung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Wissenschaftler fordern neue Strategien in der Antibiotikaforschung

Montag, 28. Januar 2013

dpa

Hamburg – Einer steigenden Zahl an Infektionen durch Antibiotika-resistente Bakterien stehen weltweit immer weniger wirksame Antibiotika gegenüber. Damit wird die erfolg­reiche Behandlung infizierter Patienten immer schwieriger. Die Akademie der Wissen­schaften in Hamburg und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina geben in ihrer heute veröffentlichten Stellungnahme „Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven“ daher Empfehlungen, um die weitere Ausbreitung von Resistenzen zu verhindern und dringend benötigte Antibiotika zu entwickeln.

„Die Entwicklung gibt großen Anlass zur Sorge. Wir haben den Fokus in der Stellung­nahme auf den Beitrag der Forschung und die erforderlichen gesellschaftlichen Rahmen­bedingungen gelegt“, sagte Ansgar Lohse, Sprecher der Arbeitsgruppe „Infektionsforschung und Gesellschaft“ der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. Wichtig seien „wirkliche Anreize“ für eine neue und intensivere Antibiotika-Forschung und damit eine schnellere Entwicklung von Medikamenten“, so der Wissenschaftler.

Anzeige

„Das Thema stellt eine Aufgabe an die gesamte Gesellschaft“, betonte der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Jörg Hacker. Es erfordere nicht nur stärkere Forschungsanstrengungen und eine schnellere Umsetzung der Ergebnisse in die Anwendung, sondern auch einen Dialog darüber, wie verantwortungsbewusst Antibiotika eingesetzt werden und Resistenzen vermieden werden können. „Hierfür richten wir einen Runden Tisch ein, zu dem wir alle relevanten Partner einladen werden“, kündigte er an.

„Das Problem der Antibiotikaresistenzen und der fehlenden Antibiotika lässt sich nur lösen oder zumindest verringern, wenn Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft national und international miteinander agieren und vielfältige aufeinander abgestimmte Ansätze verfolgen“, heißt es in der Zusammenfassung der 77-seitigen Stellungnahme, die als unentgeltliches E-Book erschienen ist.

Die Autoren empfehlen darin, noch stärker als bisher klinische Studien und translationale Ansätze zu verfolgen. Wichtig sei, die Voraussetzung dazu zu verbessern und die Finanzierung zu gewährleisten. Außerdem sollten die Zulassungsbedingungen für neue Wirkstoffe überdacht werden und sozio-ökonomische Aspekte zu wichtigen Bestandteilen der Forschung werden. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. Juli 2020
Köln – Die Kombination der beiden Wirkstoffe Ceftolozan und Tazobactam erweitert das Spektrum der Antibiotikatherapie bei Erwachsenen mit schweren Infektionen in Lunge, Harnwegen, Nierenbecken und
Kombination von Ceftolozan mit Tazobactam erweitert Antibiotikatherapie
2. Juli 2020
Oakland/Kalifornien – Werden die Risiken von Makrolid-Antibiotika weiter unterschätzt? Obwohl seit langem bekannt ist, dass die Mittel über eine Verlängerung des QT-Intervalls das Risiko auf tödliche
Studie: Azithromycin kann Herz-Kreislauf-Todesfälle provozieren
16. Juni 2020
Baltimore − Eine Behandlung mit dem Antibiotikum Doxycyclin, das über eine Inhibition der Matrix-Metallopeptidasen das weitere Wachstum eines Bauchaortenaneurysmas hemmen soll, hat sich in einer
Studie: Doxycyclin kann Vergrößerung eines Bauchaortenaneurysmas nicht aufhalten
9. Juni 2020
Genf – Die Antibiotikatherapie einer unkomplizierten Bakteriämie mit gramnegativen Erregern kann ohne Nachteile für den Patienten von 14 auf 7 Tage verkürzt werden. Dies kam in einer randomisierten
Bakteriämie: CRP-Wert kann Dauer der Antibiotikatherapie steuern
3. Juni 2020
Bristol − Die Bemühungen des National Health Service (NHS), den Einsatz von Antibiotika in der hausärztlichen Versorgung zu verringern, hat laut einer Studie in PLOS ONE (2020; DOI:
Großbritannien: Verminderte Antibiotikaverordnung senkt Häufigkeit bestimmter Resistenzen
2. Juni 2020
Genf – Laut der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) überwacht mittlerweile eine Rekordzahl von Ländern Antibiotikaresistenzen und erstattet darüber Bericht. Aus den von ihnen vorgelegten Daten geht
Antibiotikaresistenzen weltweit auf dem Vormarsch
29. Mai 2020
Berlin – Im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen sollen interdisziplinäre Teams aus Ärzten und Apothekern an Krankenhäusern passende Strategien entwickeln. Das ist eine Empfehlung der Kommission
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER