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Medizin

Leberschäden durch Tolvaptan

Montag, 28. Januar 2013

Rockville – Der Vasopressin-Antagonist Tolvaptan, seit 2009 nur zur Behandlung einer Hyponatriämie beim Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH) zugelassen, hat in einer randomisierten klinischen Studie zu einer Off-Label-Indikation, der Prävention von Zystennieren, bei einigen Patienten zu einem Anstieg der Leberenzyme geführt. Die FDA sieht sich zu einem Warnhinweis veranlasst.

An der dreijährigen Studie und einer anschließenden Open-Label-Phase hatten etwa 1.400 Patienten teilgenommen. Dabei war es unter der Tolvaptan-Therapie bei 4,4 Prozent der Patienten zu einem Anstieg der Alanin-Aminotransferase (ALT) auf mehr als das Dreifache des oberen Grenzwertes gekommen. Die Anstiege traten vor allem in den ersten 18 Monaten der Therapie auf.

Bei drei Patienten war es gleichzeitig zu einem klinisch relevanten Anstieg des Gesamt­bilirubins auf mehr als das Doppelte des oberen Grenzwertes gekommen. Nach dem Absetzen des Medikaments normalisierten sich bei allen drei Patienten die Leberwerte.

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Ein externes Expertengremium kam jetzt nach eingehender Analyse zu dem Schluss, dass der Anstieg der Leberwerte „wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich“ (probably or highly likely) auf Tolvaptan zurückzuführen ist. Sie sehen deshalb potenzielle Gefahr, dass Tolvaptan einen irreversiblen und potenziell tödlichen Leberschaden auslösen könnte. Und es sei nicht auszuschließen, dass diese Komplikation auch beim Einsatz von Tolvaptan in der zugelassenen Indikation SIADH auftreten könnte.

Die Ärzte werden deshalb aufgerufen, bei ihren Patienten auf Symptome einer Leberschädigung wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, rechte Oberbauch­beschwerden, dunklen Urin oder Ikterus zu achten. Bei diesen Patienten sollten die Leberwerte kontrolliert und bei einem Anstieg das Medikament sofort abgesetzt werden. © rme/aerzteblatt.de

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