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Ärzteschaft

Mehr Polypharmazie nach Wegfall der Praxisgebühr befürchtet

Dienstag, 29. Januar 2013

München – Mehr Polypharmazie, also die Einnahme sehr vieler Medikamente, befürchtet der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) nach dem Wegfall der Praxisgebühr. Grund dafür sei, dass der Hausarzt seine Lotsenfunktion ohne die Praxisgebühr schlechter erfüllen könne.

„Der Hausarzt muss die zentrale Stelle sein, bei der alle medizinischen Informationen über den Patienten zusammenlaufen, damit die Therapien in Absprache mit den Fach­kollegen gezielt koordiniert und eine für den Patienten gefährdende Polypharmazie vermieden werden kann“, sagte der Vorsitzende des BHÄV, Dieter Geis. Die Streichung der Praxisgebühr ermutige Patienten, unkoordiniert Fachärzte aufzu­suchen, ohne dass ein Arzt vom anderen etwas erfahre oder ausreichend über eine bereits laufende Medi­ka­tion Kenntnis habe.

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Geis forderte, Hausärzte müssten dafür honoriert werden, die Medikation eines Patienten kritisch zu durchleuchten und gegebenenfalls umzustellen. Dies sei im Augenblick nur in dem Hausarztvertrag des BHÄV mit der AOK Bayern vorgesehen und werde von den Versicherten und Ärzten positiv angenommen.

„Der BHÄV bietet anderen Krankenkassen natürlich gerne eine Erweiterung der bestehenden Verträge um eine solche, der Patientensicherheit dienenden Leistung an“, betonte Jürgen Büttner, Vertrags- und Abrechnungsexperte des BHÄV. Nur im Hausarztvertrag sei für ein entsprechendes ausführliches Gespräch des Hausarztes mit dem betroffenen Patienten oder den betreuenden Personen eine Leistungsposition vorgesehen. © hil/aerzteblatt.de

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farahmandi
am Donnerstag, 31. Januar 2013, 14:01

Polypharmazie wegen mangelnder Lotsenfunktion?

Das ist bestenfalls der zweitwichtigste Grund.
Der wichtigste Grund ist, dass nur vereinzelte Hausärzte bei Überweisungen den Facharzt über die aktuelle Medikation informieren. Eine Gegenseitigkeit der Informationspflicht wäre im Interesse der Patienten und tut arg Not.
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