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Medizin

Adipositas: Botox-Injektionen in den Magen weitgehend ein Placebo

Dienstag, 29. Januar 2013

Rochester – Die Injektion von Botulinumtoxin in die Muskulatur des Magenpförtners soll über eine verminderte Magenentleerung die Sättigung fördern und die Kalorienzufuhr senken. In einer randomisierten klinischen Studie in Clinical Gastroenterology and Hepatology (2013; 11: 145-150) erzielten jedoch auch Placebo-Injektionen eine gute Wirkung.

Die 60 Teilnehmer der Studie waren mit einem BMI von 37,9 kg/m2 adipös, und sie waren gewillt, sich einer Magenspiegelung zu unterziehen. Dabei wurde ihnen im Bereich des Antrums Botulinumtoxin A in drei verschiedenen Dosierungen oder aber Kochsalz in die Muscularis propria injiziert. Eine Kontrolluntersuchung 2 Wochen später zeigte, dass Botox die Magenentleerung tatsächlich um bis zu zu 24 Minuten verzögerte.

Die Teilnehmer nahmen danach tatsächlich ab. Unter der höchsten Dosierung verloren sie innerhalb von 16 Monaten 5,1 Kilo. Zum Gewichtsverlust kam es jedoch auch nach den Placebo-Injektionen (minus 2,2 kg). Der Unterschied war nicht signifikant. Da das Sättigungsgefühl gleich blieb und die Patienten weiterhin viel zu viele Kalorien zu sich nahmen, bleibt das Team um Mark Topazian von der Mayo Clinic in Rochester skeptisch.

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Die Therapie könne derzeit nicht empfohlen werden, schreiben sie, zumal Botox-Injektionen nicht ohne Risiken seien. In der Studie klagten einige Patienten nach der Injektion über einen vermehrten gastro-ösophagealen Reflux oder andere Verdau­ungsstörungen. Schwere Komplikationen traten allerdings nicht auf.

Erfolgreicher waren vor einigen Jahren Diego Foschi von der Universität Mailand und Mitarbeiter in einer randomisierten klinischen Studie an 24 Patienten gewesen (Int J Obes 2007; 31: 707-712). Die damaligen Patienten waren mit einem durchschnittlichen BMI von 43,6 kg/m2 jedoch wesentlich adipöser als die Teilnehmer der aktuellen Studie. Ein weiterer Unterschied betrifft die Therapie. Foschi hatte das Botulinumtoxin nicht nur in das Antrum sondern auch in den Fundus injiziert. Die Gewichtsreduktion betrug damals 11 kg gegenüber 5,7 kg im Placebo-Arm. © rme/aerzteblatt.de

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