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Deutlicher Anstieg der Grippeerkrankungen

Mittwoch, 30. Januar 2013

In Japan ein gewohntes Bild: Mundschutz bei den Passanten

Berlin – Die Grippe breitet sich in Deutschland weiter aus. Im Vergleich zur Vorwoche gab es einen deutlichen Anstieg der Fälle, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mitt­woch sagte. Demnach stieg die Zahl der Neuansteckungen bundesweit auf mehr als 1.700.

„Das ist ein hoher Wert“, sagte eine Instituts-Sprecherin. Dennoch handele es sich aber nicht um eine außergewöhnliche Grippewelle. Im Januar 2011 lag die Quote bundesweit ähnlich hoch. Damals war jedoch eher Süddeutschland betroffen, 2013 breitet sich die Grippe vermehrt in Norddeutschland aus. Vor zwei Jahren stieg die Infektionsrate in den ersten beiden Februarwochen weiter an, um dann zum Ende der Grippe-Saison stetig zu sinken.

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In dem am Mittwoch veröffentlichten Influenza-Wochenbericht des Instituts wurde die Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche auf 1.253 beziffert. Allerdings seien es Hunderte mehr, weil tagesaktuelle Meldungen die Zahl permanent veränderten und es viele Nachmeldungen gebe, sagte die Sprecherin.

Von 251 im Institut eingegangenen Abstrichen von Patienten mit Atemwegserkrankungen mit Symptomen wie Lungenentzündung, Rachenentzündung und Bronchitis seien bei mehr als der Hälfte Grippeviren nachgewiesen worden. Die Rate belief sich auf 61 Pro­zent. In der Woche davor waren es noch 47 Prozent.

Grippekranke sollten Mund-Nasenschutzmaske tragen
Der Hygiene-Experte Klaus-Dieter Zastrow sprach sich unterdessen dafür aus, dass Grippekranke Mund- und Nasenschutzmasken tragen sollen. „Bei uns in Deutschland ist das bislang nicht üblich, aber die Idee ist absolut richtig - im Krankenhaus wird das bei Grippekranken immer so gehandhabt“, sagte Zastrow.

Der Chefarzt für Hygiene und Umweltmedizin der Berliner Vivantes-Kliniken fügte hinzu: „Der praktisch einzige Weg, sich eine Grippe einzufangen, ist die Tröpfcheninfektion und es gibt nur eine Quelle und das ist der Mund-Rachen-Raum.“ Die Masken fingen die Tröpfchen ab und verhinderten so die Übertragung.

Vorbild Japan
Dass sich der Gebrauch von Mund-Nasenschutzmasken – anders als etwa in asiatischen Ländern – hierzulande bislang aber noch nicht im Alltag durchgesetzt hat, führt Zastrow vor allem auf ästhetische Gründe zurück. „Wir sind es nicht gewohnt, Menschen mit Schutzmasken im Supermarkt oder im Kino zu sehen, und die Träger genieren sich vor ihrer Umwelt.“ In Japan sei das ganz anders, dort sei es ein Akt der Höflichkeit, um zu zeigen, dass man bemüht sei, den Anderen nicht anzustecken.

Der Direktor des Instituts für Virologie der Universität Ulm und derzeit Präsident der Gesellschaft für Virologie (GfV), Thomas Mertens, sagte: „Wenn wir wirklich eine pandemische Situation hätten, fände ich das Tragen von Schutzmasken gut.“ Für die saisonale Influenza sei die Bevölkerung in Deutschland aber aus mangelnder Gewohnheit kaum dazu zu bewegen, solche Masken zu tragen, fügte er hinzu.

Solide Daten, die Auskunft über die Wirksamkeit des öffentlichen Einsatzes von Schutzmasken geben, lägen zwar nicht vor – jedoch über die Wirksamkeit im Pflegebereich. „Und da zeigt sich, dass man mit den Masken einen Effekt erreichen kann“, sagte Mertens. © dapd/aerzteblatt.de

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