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Medizin

BfArM: Impulskontroll­störungen durch dopaminerge Substanzen

Mittwoch, 30. Januar 2013

Bonn – In den Fachinformation von Dopaminagonisten, L-DOPA oder COMT-Inhibitoren soll künftig deutlicher als bisher auf die Möglichkeit einer Impulskontrollstörung hinge­wiesen werden. Die oft bizarre Nebenwirkung ist keineswegs selten. Sie kann für Patienten und Angehörige unangenehme Folgen haben.

Dopaminagonisten, L-DOPA und COMT-Inhibitoren steigern die Konzentration des Neurotransmitters Dopamin, dessen Ausfall in der Substantia nigra zum Parkinson-Syndrom führt. Der gleiche Neurotransmitter hat eine zentrale Rolle im Belohnungs­systems des Gehirns. Eine Verstärkung kann hier eine pathologische Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, aber auch Essattacken bis zum Esszwang auslösen. Die Nebenwirkung wurde lange ignoriert oder aus Peinlichkeit nicht thematisiert.

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Sie ist aber häufig. In einer vielzitierten Querschnittsstudie von Daniel Weintraub von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia litten nicht weniger als 13,6 Prozent aller Parkinson-Patienten darunter: Am häufigsten kam es zur pathologischen Spielsucht (5,0 Prozent) gefolgt von zwanghaftem Sexualverhalten (3,5 Prozent), Kaufsucht (5,7 Prozent) und Essstörungen (4,3 Prozent).

Nicht wenige Patienten hatten zwei oder mehr Störungen gleichzeitig. Sie belästigen dadurch nicht nur ihre Mitmenschen. Viele Patienten haben einen wirtschaftlichen Ruin erlebt, oder sie sind mit Gesetzen in Konflikt geraten. Jüngst konnte Weintraub in einer Fall-Kontrollstudie zweifelsfrei zeigen, dass die Medikamente und nicht die Erkrankung für die Störung verantwortlich sind (Neurology 2013; 80: 176-180).

Künftig sollen Patienten regelmäßig hinsichtlich der Entwicklung von Impulskon­trollstörungen überwacht werden. Die Fachinformationen fordern vom Verordner, dass er Patienten und Betreuer auf die Nebenwirkung aufmerksam macht. Wenn sie auftreten sollte, muss die Therapie überprüft und die Medikation gegebenenfalls verändert werden. © rme/aerzteblatt.de

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