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Neue Leitlinie zur Medikation multimorbider Patienten

Freitag, 1. Februar 2013

Berlin – Die steigende Zahl multimorbider Patienten stellt an Hausärzte und Patienten hohe Anforderungen. Denn Multimorbidität geht in der Regel mit Multimedikation und entsprechenden Risiken aufgrund von Wechselwirkungen oder Fehlanwendungen einher.  Eine neue Leitlinie soll Hausärzten nun Hilfestellung bei der Verordnungs­entscheidung geben.

Die hausärztliche Leitlinie „Multimedikation“ will unter anderem dazu beitragen, eine unangemessene Medikation und unerwünschte arzneimittelbezogene Ereignisse zu vermeiden, Fehldosierungen und Fehlanwendungen zu erkennen, bei Vorliegen von Multimorbidität geeignete Arzneistoffe auszuwählen und die Anzahl der  Medikamente für den Patienten überschaubar zu halten.

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Die Empfehlungen der Leitlinie beruhen auf einer Literaturrecherche zu Studien zum Medikamentenreview und wurden von der Leitliniengruppe Hessen in Kooperation mit Mitgliedern der „Ständigen Leitlinien-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin“ entwickelt.

Die neue Leitlinie steht in der Arztbibliothek des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zum Download bereit. Dort findet sich zudem der aktuelle Tätigkeitsbericht 2012 des ÄZQ. Dieser gibt einen Überblick über Aufgaben und Tätigkeitsfelder sowie über abgeschlossene und laufende Projekte des ÄZQ im Jahr 2012. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #110206
kairoprax
am Sonntag, 3. Februar 2013, 11:48

ein Nachtrag noch!

Es erfolgte während des Kranken­haus­auf­enthalts KEINE Informatioin, weder gegenüber der Patientin noch gegnüber Angehörigen über
a) den Sinn der Medikamente
b) Neben- und Wechselwirkungen und
c) Alternativen
Avatar #110206
kairoprax
am Sonntag, 3. Februar 2013, 11:44

Leitlinie zur Medikation multimorbider Patienten gehört den Chefärzten in die Hand gedrückt


Tatsache ist doch, daß uns Hausärzten die Aufgabe zugewiesen wird, die Entlaßmedikation auf ein vernünftiges und begründbares Maß zurechtzustutzen.
Tatsache ist auch, daß die Kliniken gezwungen sind (oder zumindest sagen sie das), ihre DRG-basierte Entlaßmedikation den DRG-basierten Diagnosen anzupassen.

Nur ein Beispiel:
eine 92-jährige Patienten zog sich ein eine Schädelplatzwunde und Commotio zu, weswegen derer sie 9 Tage stationär lag. Medikation prästationär Triamteren Comp, ASS 100 und Gingkobil.
Im Entlaßrezept stand jetzt 3x1 Calcium 1000, Heparin s.c.noch für 14 Tage (3 Wo.nach dem Strurz!), 2x1 Pantoprazol 40 (die Patientin hat sich weder erbrochen noch gab sie an, Bauchweh gehabt zu haben), 1x1 Pravastasin, abends Dipiperon, 14 .E.Lantus, 2x1 Limptar, Ibu 400 b.B. und Ramipril 1x1.
Diagnosen außer Kopfplatzwunde und Commotio c. waren Diabetes Typ II ( HbA1c 6,6, kein BZ über 160 mg%), nächtliche Unruhe, restless feet, Hypertonie (140/90), Osteoporose und Hypercholesterinamie ( 180 mg%).

So.

Jetzt soll ich mich als Hausarzt hinsetzen und der 92-jährigen erklären was Fehl- und Wechselwirkungen sind, was Polypragmasie und relative Risikominderung?
Im März wird die Dame 93, ist inzwischen wieder mit ASS und Gingkobil und ein wenig Triamteren Comp. versorgt (Gewichtszunahme im Krankenhaus knapp 3 Kilogramm, weil auf Diuretika verzichtet wurde), und den ganzen Wust an Entlaßmedikamenten habe ich nicht einmal mit ihr besprochen, wohl aber mit der Enkeltochter, die sie betreut. Schön, daß die mit Kopfschütteln reagiert hat und nicht mit der Sorge, der Oma könnte etwas fehlen, wenn man sich nicht haarklein an das Entlaßrezept gehalten hätte.

Leitlinie?
Alles schön und recht, aber dier einfachste Leitlinie wäre wohl, man würde das Alter respektieren und die Art von Medizin, mit der die Menschen alt geworden sind. Es wäre alles so einfach, wenn die alten Menschn nicht leider zwischendruch immer wieder ins Krankenhaus müßten ...

Dr.Karlheinz Bayer, Bad Peterstal
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