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Medizin

Vegetarische Ernährung senkt Herzinfarktrisiko

Freitag, 1. Februar 2013

dpa

Oxford – Ein niedriger Blutdruck, niedrigere Cholesterinwerte und vielleicht noch andere positive Auswirkungen pflanzlicher Kost könnten Vegetarier langfristig vor einem Herzinfarkt schützen. Dies ergab eine prospektive Beobachtungsstudie im American Journal of Clinical Nutrition (2013; doi: 10.3945/​ajcn.112.044073). Britische Kardiologen sehen darin aber keinen Grund, völlig auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten.

Francesca Crowe von der Universität Oxford hat die Daten aus dem britischen Arm der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition oder EPIC-Studie ausgewertet, die den Einfluss der Ernährung auf Krebs und andere Erkrankungen untersucht. In England und Schottland waren 44.500 Personen befragt worden, von denen nicht weniger als 34 Prozent angaben, völlig auf Fleisch zu verzichten.

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Ob dies der Wirklichkeit entspricht, kann Crowe nicht prüfen. Ihre Untersuchung zeigt aber, dass Menschen mit einer vegetarischen Lebensweise schlanker sind und weniger kardiale Risikofaktoren aufweisen. Ihr Body-Mass-Index war um 1,2 Punkte geringer, die Non-HDL-Cholesterinwerte um 0,45 mmol/l niedriger und auch der systolische Blutdruck lag um 3,3 mm Hg unter dem der Fleischverzehrer.

Dies allein erklärt jedoch nicht, warum die Vegetarier zu 32 Prozent seltener wegen eines Herzinfarktes in einer Klinik behandelt werden mussten. Denn die Hazard Ratio von 0,68, die bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,58 bis 0,81 jeden Zweifel an einer Signifikanz ausschließt, hat bereits BMI und andere Risikofaktoren eines Herzinfarktes berücksichtigt.

Crowe vermutet dennoch, dass die günstigeren Cholesterin- und Blutdruckwerte teilweise für die niedrigere Herzinfarktrate verantwortlich ist. Belegen kann dies eine prospektive Beobachtungsstudie allerdings nicht. Es bleibt immer möglich, dass andere Faktoren, die die Studie nicht berücksichtigt hat, etwa das Ausmaß der sportlichen Aktivität, die Ergebnisse erklären.

Die British Heart Foundation warnte jedenfalls davor, eine vegetarische Kost mit einem gesunden Herzen gleichzusetzen. Viele vegetarische Lebensmittel hätten einen hohen Fett- und Salzgehalt, und der Verzicht auf Fleisch könne die Versorgung mit Vitaminen und Mineralien, etwa Eisen, gefährden, wenden die Kardiologen ein. Es ist allerdings durchaus möglich, dass sich die Vegetarier, die sich ja Gedanken über ihre Ernährung machen, dies wissen und ihre Kost danach ausrichten. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #100905
U.Hehl
am Sonntag, 10. März 2013, 11:56

Vergetarische Ernährung

Wenn man sich vegetarisch ernährt , kann der Körper seine Selbstheilungskräfte ehr mobilisieren , wie mit tierischen Endprodukten. Insofern, sind Fleisch und tierische Milcherzeugnisse nicht unbedingt empfehlenswert, bei allen Arten von chronischen Erkrankungen.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Montag, 11. Februar 2013, 18:08

Präzisierung, nicht nur @rol1

"rol1" im DÄ und "Albrecht" auf DocCheckBlog fragen, wie viele andere, nach genaueren Begründungen, weshalb ich die Publikation -
Am J Clin Nutr 2013, online 30. Januar -
http://ajcn.nutrition.org/content/early/2013/01/30/ajcn.112.044073.abstract
so kritisch sehe und für nicht stimmig halte. Dies will ich den Leserinnen und Lesern des Deutschen Ärzteblatts nicht vorenthalten.

Wenn es auf 3.138 Patientenjahre nur einen einzigen Todesfall wegen ischämischer Herzerkrankung zu beobachten gibt, weist diese Studie kein realistisches Abbild der durchschnittlichen Inzidenz, Morbidität und Mortalität bei KHK auf. Deswegen sind auch die absoluten Zahlen bei Vegetariern/Carnivoren nicht angegeben. Hochgerechnet sind bei 169 Todesfällen 101 Nicht-Vegetarier und 68 Vegetarier (32% weniger) an IHD verstorben.
Bei 44.561 Teilnehmern starben 0,2267 % Fleischesser und 0,1526 % Vegetarier. Die Differenz von 33 Todesfällen entspricht einem Unterschied von 0,074 Prozent.

Und das kann reiner Zufall sein! Mf+kG
Avatar #575588
rol1
am Dienstag, 5. Februar 2013, 09:27

@dr.med.thomas.g.schaetzler

wie bin ich froh, dass Sie uns die Welt und Studien erklären...
"The EPIC-Oxford cohort study was funded by Cancer Research UK and the Medical Research Council and carried out by the Cancer Epidemiology Unit at the University of Oxford."
Ich würde es mir nicht zutrauen die Studienqualität bzw die Datenanalyse zu beurteilen und würde auf die Bewertung durch andere, insbesondere auch deutsche Experten warten.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 3. Februar 2013, 14:09

Fragwürdige Ergebnisse?

Bei 44.561 Menschen in England und Schottland lag nach durchschnittlich 11,9 Jahren Nachbeobachtungsdauer die Inzidenz ischämischer Herzerkrankungen (IHD) bei 1 Erkrankung auf 429 Patientenjahre ["After an average follow-up of 11.6 y, there were 1235 IHD cases (1066 hospital admissions and 169 deaths)."] Die Häufigkeit von Krankenhausaufnahmen lag bei 1:497, die Sterbewahrscheinlichkeit wegen ischiämischer Herzerkrankung bei 1:3138 Patientenjahren. Spätestens hier hätte dem Autorenteam auffallen müssen, dass mit ihrem Datenmaterial etwas nicht stimmt.

Doch unbeirrt wurden die Studienergebnisse weiter dahingehend interpretiert, dass bei Vegetariern ein 32% niedrigeres Risiko einer IHD auch beim Adjustieren an den durchschnittlich höheren BMI als Risikofaktor der Nicht-Vegetarier sich nur leicht abschwächen würde ["Vegetarians had a 32% lower risk (HR: 0.68; 95% CI: 0.58, 0.81) of IHD than did nonvegetarians, which was only slightly attenuated after adjustment for BMI and did not differ materially by sex, age, BMI, smoking, or the presence of IHD risk factors"]. Geschlecht , Alter, BMI, Rauchen oder die Anwesenheit von IHD-Risikofaktoren hätten keine substanziellen Abweichungen erbracht?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #90037
malledoc
am Samstag, 2. Februar 2013, 10:25

Nachschlag

Das Konfidenzinrevall ist eine Neuschöpfung von mir, vorher Tippfehler. Sollte auf jeden Fall aber geprüft werden.
Avatar #90037
malledoc
am Samstag, 2. Februar 2013, 10:23

Unsinn

Was will uns dieser Artikel zeigen? Trotz Fachbegriffen wie Hazard-ratio, Konfidenzinrevall und -natürlich- Signifikanz ist der Artikel aussagekräftig wie die Zahl der Störche und der Geburten.
LNS

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