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Mütter mit niedrigem Bildungsabschluss haben häufiger kranke Kinder

Montag, 4. Februar 2013

Berlin – Der Bildungsabschluss der Mutter wirkt sich auf den Gesundheitszustand der Kinder aus: Jugendliche rauchen häufiger, treiben seltener Sport, sind öfter überge­wichtig und schätzen ihre eigene Gesundheit schlechter ein, je niedriger der Bildungs­abschluss ihrer Mutter ist. Das berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Grundlage von Daten des sogenannten Sozio-oekonomischen Panels.

„Die Gesundheit von Kindern wird nicht nur durch die Genetik bestimmt. Eine maßgeb­liche Rolle spielt auch die elterliche Bildung, etwa indem sie das eigene Gesundheits­bewusstsein erhöht und sich dieses Verhalten auf die Kinder überträgt“, erläuterten die Studienautoren Jan Marcus und Daniel Kemptner. Die Ergebnisse ihrer Studie verdeut­lichten, dass Bildungsinvestitionen Einfluss auch auf nicht-monetäre Indikatoren wie die Gesundheit haben. „Bildungspolitik ist auch Gesundheitspolitik“, so Marcus.

Die gesundheitlichen Unterschiede bestehen bereits von Geburt an: Die Unter­suchungen zeigen, dass das Risiko einer Frühgeburt zunimmt, je niedriger der Schulabschluss der Mutter ist: Mit einem Hauptschulabschluss ist die Wahrscheinlichkeit im Vergleich zum Abitur oder Fachabitur fast doppelt so hoch. Allerdings sind die Autoren unsicher, ob es sich dabei lediglich um eine Korrelation handelt, oder ob die Bildung der Mutter für die Gesundheit von Neugeborenen ursächlich ist.

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Bei Jugendlichen mit Müttern, die keinen Schulabschluss haben, ist der Raucheranteil fast doppelt so hoch wie bei Jugendlichen mit Müttern, die Abitur oder Fachabitur haben. Auch die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht ist höher, je niedriger der Schulabschluss der Mutter ist. Ein besonders deutliches Bild zeigt sich beim Sportverhalten der Jugend­lichen: Die Wahrscheinlichkeit, wöchentlich Sport zu treiben, ist bei Jugendlichen, deren Mutter Abitur hat, dreimal so hoch wie bei Jugendlichen, deren Mutter keinen Schul­abschluss hat.

Aber auch hier lässt sich nicht für alle Indikatoren zweifelsfrei feststellen, ob das Bildungsniveau der Mutter direkt ursächlich ist für die Beobachtungen. Für die Töchter konnten die DIW-Forscher den Effekt des Bildungsniveaus auf das Rauch- und Sportverhalten nach eigenen Angaben aber kausal nachweisen:

„Wenn ein geringes Bildungsniveau der Mutter die Startchancen des Kindes durch schlechtere Gesundheitsaussichten beeinträchtigt, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit eines sozialen Aufstiegs des Kindes“, folgern die Autoren aus ihrer Studie. © hil/aerzteblatt.de

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