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Medizin

pAVK: ACE-Hemmer lindert Claudicatio intermittens

Mittwoch, 6. Februar 2013

Pause vor dem Geschäft: Die PAVK heißt deshalb auch Schaufensterkrankheit dpa

Melbourne – Der ACE-Hemmer Ramipril, vor zwei Jahrzehnten als Antihypertonikum eingeführt, ist offenbar auch bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit wirksam (pAVK). In einer randomisierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2013; 309: 453-460) steigerte der Wirkstoff die schmerzfreie Gehstrecke der Patienten und verbesserte ihre Lebensqualität.

Die Optionen für eine medikamentöse Therapie der Claudicatio intermittens, dem Leit­symptom der pAVK, sind begrenzt. Pentoxifyllin, Cilostazol und Naftidrofuryl erzielen nach der jüngsten Meta-Analyse nur eine bescheidene Verlängerung der schmerzfreien Geh­strecke um 9 bis 49 Prozent und der Gesamtgehstrecke um 11 bis 60 Prozent (Br J Surg 2012; 99: 1630-8). Ein weiteres wirksames Mittel könnte der ACE-Hemmer Ramipril sein, berichten Anna Ahimastos vom Baker IDI Heart and Diabetes Institute in Melbourne und Mitarbeiter, die den 1990 eingeführten Wirkstoff jetzt in einer randomisierten placebo­kontrollierten Studie an 212 Patienten getestet haben.

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Alle Patienten hatten eine pAVK (sogenannte Schaufensterkrankheit) mit einem Knöchel-Arm-Index von durchschnittlich 0,55. Sie litten unter einer Claudicatio intermittens. Der Schmerz setzte nach einer Gehzeit von durchschnittlich 144 Sekunden ein. Die Gesamtgehzeit war auf durchschnittlich 238 Sekunden beschränkt. Unter der Therapie mit Ramipril in der Dosierung von 10 mg/die über 24 Wochen kam es zu einer Verbesserung der schmerzfreien Gehzeit um 77 Prozent und der Gesamtgehzeit um 123 Prozent, jeweils im Vergleich zur Placebo-Gruppe, wo es erwartungsgemäß zu keiner signifikanten Verlängerung der Gehzeit kam. Im Walking Impairment Questionnaire gaben die Patienten Verbesserungen in den medianen Gehstrecken, der Gehgeschwindigkeit und beim Treppensteigen an. Im SF-36-Fragebogen hatte sich ihre Lebensqualität verbessert.

Angesichts der eingeschränkten therapeutischen Möglichkeiten wäre ein zusätzliches Medikament zur Behandlung der pAVK sicherlich zu begrüßen. Die Editorialistin Mary McGrae McDermott von der Feinberg School of Medicine in Chicago schätzt die Wirkung von Ramipril als klinisch relevant ein, fordert allerdings eine Bestätigung durch weitere Studien.

Dort wäre auch zu untersuchen, ob andere ACE-Hemmer eine ähnliche Wirkung erzielen. Zweifel an den Ergebnissen der Studie werden durch das Fehlen eines plausiblen Wirkungsmechanismus genährt. Wie die von Ahimastos und Mitarbeitern durchgeführten Ultraschalluntersuchungen zeigen, ist Ramipril nicht in der Lage, den Blutfluss (kalkuliert aus dem Durchmesser der Arterie und der Blutflussgeschwindigkeit) im Bereich der stenosierten Arterie und distalwärts zu verbessern.

Eine Verbesserung konnten sie nur für den Bereich proximal der Stenose sowie im gesunden Bein feststellen. Möglich ist, dass Ramipril die Durchblutung in den kleineren Blutgefäßen verbessert oder sich günstig auf den Stoffwechsel in der Muskulatur auswirkt, etwa über eine Steigerung des Anteils der Typ-I-Fasern oder eine Verbesserung der Insulinwirkung. © rme/aerzteblatt.de

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