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Medizin

Tennisellenbogen: Häufige Rückfälle nach Steroidinjektionen

Mittwoch, 6. Februar 2013

dpa

Brisbane – Steroidinjektionen können den Schmerz bei einer Epicondylalitis lateralis rasch lindern. Dieser Vorteil wurde in einer randomisierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2013; 309: 461-469) jedoch mit einer erhöhten Rezidivrate nach einem Jahr erkauft. Eine Physiotherapie dagegen konnte den Schmerz ohne Folgeschäden lindern.

Die Epicondylalitis lateralis verfügt über eine ausgezeichnete Prognose. In den meisten Fällen bessert sich der Tennisellenbogen auch ohne Therapie. In der randomisierten Studie, die Brooke Coombes von der Universität von Queensland in Brisbane und Mitarbeiter an 165 Patienten durchführten, waren 83 Prozent der Patienten nach einem halben Jahr und 93 Prozent nach einem Jahr wieder schmerzfrei oder deutlich verbessert.

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Noch besser waren die Ergebnisse, wenn den Patienten eine Physiotherapie (acht Termine Minuten) verschrieben wurde: Die Heilungsrate stieg auf 89 Prozent nach einem halben und 100 Prozent nach einem Jahr.

Wenn die Patienten zusätzlich zur Physiotherapie noch Steroidinjektionen erhalten hatten, sank die Erfolgsrate wieder auf 54 Prozent nach einem halben und 82 Prozent nach einem Jahr. Ähnlich waren die Ergebnisse in einem vierten Studienarm, in dem die Patienten nur Steroidinjektionen ohne eine Physiotherapie erhalten hatte: Dies war bei 56 Prozent nach einem halben und 84 Prozent nach einem Jahr erfolgreich.

Kombination von Steroidinjektion und Physiotherapie nicht sinnvoll
Es ist deshalb nicht sinnvoll, die Steroidinjektionen mit einer Physiotherapie zu kombinieren, findet Coombes. Problematisch sei die hohe Rezidivrate von 55 Prozent nach Steroidinjektion gegenüber nur 5 Prozent nach Physiotherapie. Im Placebo-Arm kam es innerhalb eines Jahres bei 20 Prozent erneut zum Tennisellenbogen.

Die Popularität des Steroidinjektionen resultiert aus der schnellen anfänglichen Linderung der Beschwerden. 71 Prozent der Patienten waren bei der ersten Nachuntersuchung nach 4 Wochen beschwerdefrei oder wesentlich schmerzfreier. Ohne Behandlung müssen die Patienten mehrere Monate auf dieses Ergebnis warten. Klar scheint jedoch, dass die Steroide die Heilung nicht beschleunigen.

Ihre antientzündliche Wirkung lindern nur die Beschwerden. Eine zu frühe Belastung des betroffenen Sehnenansatzes könnte ein Grund für die höhere Rückfallrate sein. Als Alternative bietet sich laut der Studie eine Physiotherapie an, die bereits nach der halben Therapiezeit von 4 Wochen bei 39 Prozent zu einer Besserung geführt hatte, und dabei das Risiko einer Rezidivs nach einem Jahr von 20 Prozent (im Placebo-Arm) auf 5 Prozent senkte. © rme/aerzteblatt.de

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Dr.Gerd Meier
am Montag, 18. März 2013, 19:12

Tennisellenbogen

Entscheidend ist, welches Corticoid-Präparat, in welcher Dosis, wohin gespritzt wird.
Als ehemaliger Operateur war meine Redensart: "Solange Cortison (zu viel, zu oft, an den falschen Ort) injiziert wird, hab ich immer etwas zum Operieren".
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