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Ausland

Belgien: Debatte über aktive Sterbehilfe für Minderjährige

Mittwoch, 6. Februar 2013

Brüssel – Belgiens Senat hat eine Debatte über die Ausweitung aktiver Sterbehilfe auf Minderjährige und demente Menschen begonnen. Wie belgische Medien berichten, tritt heute die Justiz- und Sozialkommission des Senats zusammen, um gemeinsam mehrere entsprechende Gesetzesvorschläge zu prüfen.

Medienberichten zufolge sollen zunächst Vertreter der Zivilgesellschaft sowie Intensiv­mediziner, Kinderärzte und Krankenhauspersonal Stellung zu dem Vorhaben beziehen, damit vor einer möglichen Gesetzesänderung alle Seiten gehört würden. Zunächst wollen sich die Senatoren den Angaben zufolge auf eine Liste mit entsprechenden Personen einigen.

In Belgien ist aktive Sterbehilfe für Minderjährige bislang verboten. Laut Medienberichten sieht der Vorschlag der regierenden Sozialisten (PS) vor, kein Mindestalter festzusetzen, aber die Urteilsfähigkeit der Betroffenen von einem Experten überprüfen zu lassen. Die liberale Reformbewegung (MR) will hingegen die Grenze auf 15 Jahre senken, wenn der Jugendliche urteilsfähig sei und drei Ärzte zurate gezogen würden. Die Flämischen Liberalen und Demokraten (Open VLD) fordern zudem ein Einverständnis der Eltern.

Aktive Sterbehilfe ist in Belgien seit zehn Jahren unter bestimmten Umständen gestattet. Laut geltendem Gesetz muss der unheilbar kranke Patient im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte den Wunsch zu sterben „freiwillig, überlegt und wiederholt“ geäußert haben. Hoffnung auf Linderung darf nicht bestehen. Zudem muss die Krankheit ein Weiterleben für den Kranken „körperlich oder psychisch unerträglich“ machen. © kna/aerzteblatt.de

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