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Ausland

Fakultätentag wehrt sich gegen Verkürzung des Medizinstudiums

Donnerstag, 7. Februar 2013

Berlin/Brüssel – In Europa droht eine Verkürzung der Mindestzeit für das Medizinstudium: Der federführende sogenannte Binnenmarktausschuss des Europaparlaments hat sich Ende Januar für eine entsprechende Regelung ausgesprochen. Im Juni soll das EU-Par­la­ment sie annehmen. „Brüssel schadet mit dem Vorschlag nicht nur der Ärzteausbildung und damit den Patienten, sondern auch der europäischen Idee, wenn die Standards abgesenkt werden“, kommentierte Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultä­tentages (MFT), gestern diese Vorschläge.

„Für die ärztliche Ausbildung ist es auch entscheidend, dass Studierende während ihres Studiums genügend Zeit zur Reflexion und zur persönlichen Weiterentwicklung haben“, ergänzte Rüdiger Strehl, Generalsekretär des Verbands der Universitätsklinika. Kroemer warnte „vor einer starken Verdichtung in der Lehre“ mit Auswirkungen auf die Ausbil­dungsqualität und vor einer sozialen Selektion.

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Der MFT hofft jetzt auf den Ministerrat. Diesem gehören die jeweiligen Fachminister der Mitgliedstaaten an. „Sie dürften besser abschätzen können, welche einschneidenden Folgen die scheinbar nur redaktionelle Änderung in dem Entwurf hätte“, hieß es aus dem Fakultätentag. © hil/aerzteblatt.de

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Gnaarz
am Freitag, 8. Februar 2013, 21:50

Wo bleibt die Kausalität?

Ich frage mich schon länger welche Begründung die Kritik des MFT hat. Eine Verkürzung der Mindestdauer führt ja nicht zur Verkürzung des Studiums.
Eine solche wäre bei gleicher Curriculumsgestaltung auf jeden Fall nicht praktikabel.

Aber zu einer Verkürzung wird es durch die neue Regelung der EU nicht kommen. Selbst ein möglicher Wettbewerb ist völlig unplausibel, wenn man betrachtet, dass ein 5-jähriges Studium in einigen Ländern schon lange Realität ist.
Von einem Wettbewerbsnachteil dadurch war bislang aber nichts zu spüren.

Worin sollte dieser denn auch bestehen? In weniger ausgebildeten Fachkräften pro Zeit? Das stimmt nicht, denn eine Verkürzung des Studiums erzeugt nur eine(!) Generation von Fachkräften zusätzlich. Der einzige für mich sichtbare Vorteil besteht in geringerem finanziellen Aufwand des Studiums. Ich bezweifle aber das dieser ausreicht um eine Verkürzung des Studiums zu fordern.

Zusammenfassend bleibt für mich die Erklärung des MFT weiterhin unverständlich und ohne jegliche Kausalität.
LNS
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