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Politik

Pflegerat fordert langfristiges Konzept für die Pflege

Donnerstag, 7. Februar 2013

Berlin – Ein „zukunftsorientiertes und integriertes Strukturgesetz für die Pflegeberufe, welches die Rolle der Berufsgruppe Pflege in der ambulanten und stationären Gesund­heits­versorgung verbindlich regelt“ hat der Deutsche Pflegerat (DPR) in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert. An dem Schreiben haben sich auch die DPR-Mitgliedsverbände beteiligt, insbesondere der Verband der Pflege­direk­toren und Pflegedirektorinnen der Universitätskliniken und medizinischen Hoch­schulen in Deutschland (VPU).

In dem Brief begrüßen sie die Überlegungen innerhalb der Bundesregierung, mit Hilfe eines neuen Pflegeförderprogramms 15.000 Stellen für Pflegekräfte in den Kliniken zu schaffen. „Die Finanzierung neuer Stellen in der Pflege durch den geforderten Verzicht der Klinikärzte auf Tariflohnerhöhungen halten wir in diesem Zusammenhang jedoch weder für realistisch noch für zielführend“, schreiben sie. Dies würde einen „unnötigen Keil zwischen diese beiden unverzichtbaren Leistungsträger in den Krankenhäusern treiben“, so die Pflegeverbände.

Sie fordern stattdessen über ein kurzfristiges Programm hinaus „die Versorgungs­strukturen in unserem Gesundheitswesen grundlegend zu überarbeiten“. Nötig sei ein Gesamtkonzept, dass die verlässliche und qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung auch für die nachfolgenden Generationen sicherstelle.

Dieses Konzept müsse die Pflege für den Nachwuchs langfristig attraktiver machen: Dazu diene eine systematische Aus- und Weiterbildung, attraktive Weiterentwicklungs- und Karriereperspektiven bei leistungsgerechter Entlohnung, eigenverantwortliche Hand­lungs- und Aufgabenbereiche entsprechend der individuellen Qualifikation, flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine realistische und angemessene Personalausstattung in den Einrichtungen.

„Ohne diese dringend erforderliche Aufwertung wird das angekündigte Stellenförder­programm nicht den gewünschten Erfolg zeigen. Es wird weiterhin an qualifizierten Bewerbern für offene Stellen fehlen, berufserfahrene Pflegefachpersonen werden weiterhin abwandern“, warnen die Verbände.

Zwei konkrete Initiativen seien im Augenblick vorrangig: Die Verabschiedung des Berufs­gesetzes Pflege, das die Pflegeausbildung sowie die Verantwortlichkeiten der so quali­fizierten Fachkräfte regele, und der Aufbau von weiteren Pflegekammern. Diese beiden Rahmenbedingungen könnten dafür sorgen, dass die Pflegenden in Deutschland Lösungsvorschläge erarbeiten und in die politische Diskussion einbringen könnten. © hil/aerzteblatt.de

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