Medizin

Prognose: Dramatischer Anstieg der Alz­heimer-Erkrankungen

Donnerstag, 7. Februar 2013

Chicago – Die Zahl der Demenzkranken könnte sich bis 2050 verdreifachen. Das geht aus einer Studie von US-Forschern in Neurology (2013, doi: 10.1212/WNL.0b013e31828726f5) hervor. Experten rechnen für Deutschland mit einer ähnlichen Entwicklung.

Jennifer Weuve vom Rush Institute for Healthy Aging in Chicago hat die Daten von mehr als 10.000 Senioren der US-Großstadt ausgewertet, die in den Jahren 1993 bis 2011 alle drei Jahren befragt und auf Demenzstörungen hin untersucht wurden. Die Epidemiologin berechnete für jede einzelnen Altersstufen die Wahrscheinlichkeit einer Demenz und setzte sie mit den Projektionen zur demografischen Entwicklung in den USA in Beziehung. Ergebnis: Bis 2050 wird die Zahl der US-Amerikaner mit Morbus Alzheimer von jetzt 4,7 Millionen auf 13,8 Millionen steigen. Davon wären etwa 7 Millionen 85 Jahre oder älter.

Anzeige

In Deutschland leiden nach Angabe des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung derzeit rund 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz. Die Stiftung rechnet mit einem ähnlichen Anstieg wie in den USA. Die Zahl der demenziell Erkrankten dürfte sich bis 2050 in Deutschland mehr als verdoppeln, heißt es in einer Stellungnahme zu der US-Studie.

Da wirksame Medikament gegen die Demenz nicht in Sicht seien, sollten sich Politik und Gesellschaft schon heute auf die Situation vorbereiten, fordern die Vordenker. Der Think-Tank rät zu Reformen in der Pflegeversicherung und zur Einrichtung von „lokalen Netzwerken“ in den Kommunen, da die Betreuung der Patienten in Heimen schon bald an finanzielle Grenzen stoßen werde. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

21.02.17
Lausanne – Die Zusammensetzung der Darmflora könnte die Menge von Amyloidablagerungen im Gehirn beeinflussen und so auch das Risiko für eine Alzheimerkrankung erhöhen. Dies legen Tierstudien nahe, die......
16.02.17
Morbus Alzheimer: BACE-Inhibitor scheitert in Phase 3-Studie
Kenilworth – Der BACE-Inhibitor Verubecestat hat in einer Phase 3-Studie die kognitiven Leistungen von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz nicht verbessern können. Nachdem eine......
10.02.17
Potsdam – Brandenburg beteiligt sich an einer bundesweiten Initiative für eine bessere Aufklärung über Demenz. In kostenlosen Kursen gibt es Tipps zum Umgang mit Betroffenen. „Man begegnet Demenz......
09.02.17
Philadelphia – Ein Glukosenmangel in neuronalen Zellen könnte für die toxische Bildung von Phosphotau mitverantwortlich sein. In Transalational Psychiatry berichten Forscher um Domenico Praticò von......
31.01.17
Kiel – Wegen der steigenden Zahl von Demenzkranken in Deutschland müssen immer mehr Menschen mit der Krankheit umgehen. Das hat die schleswig-holsteinische Gesundheits-Staatssekretärin Anette Langner......
27.01.17
Bonn – Das Universitätsklinikum Bonn bietet im Rahmen des Projekts „Familiale Pflege“ neben seinen bisherigen Pflegekursen nun auch Schulungen für die Betreuung demenzkranker Angehöriger an.......
27.01.17
Hamburg – Ebenso wie die Zahl älterer Menschen insgesamt steigt auch die Zahl derjenigen, die von einer Demenz betroffen sind. Vor dem Hintergrund präsentiert die Hamburger Gesundheitsbehörde seit......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige