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Politik

Kleine Krankenhäuser kämpfen mit Bewerbermangel für offene Stellen

Freitag, 8. Februar 2013

dapd

Pforzheim – Kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum haben Schwierigkeiten bei der Personalsuche. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 130 Krankenhäusern durch das TDS Instituts für Personalforschung der Hochschule Pforzheim. Demnach können acht von zehn dieser Kliniken freiwerdende Posten nur sehr schlecht neubesetzen.

„Es fehlen schlichtweg Bewerber“, bilanzierte Institutsleiter Stephan Fischer. Zwar hätten auch größere Kliniken Schwierigkeiten, vakante Ärztestellen zu besetzen, doch bei kleineren stünden die Chancen noch deutlich schlechter. Während laut Analyse Univer­sitätskrankenhäuser immerhin zehn Bewerbungen auf eine freiwerdende Ärztestelle bekommen – unabhängig vom Status der ausgeschriebenen Stelle – haben kleinere Kliniken kaum Auswahl.

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Ein bis fünf Akademiker bemühen sich hier um die vakante Stelle. Aus dem Dilemma sehen die Studienautoren für die Krankenhäuser nur einen Ausweg: Das Studium müsse für mehr Bewerber geöffnet werden, die Attraktivität des Berufs müsse steigen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollte besser gewährleistet sein.

Doch nicht nur die Ärzteschaft ist eine knappe Ressource. Bereits heute können über ein Drittel der befragten Krankenhäuser die freiwerdenden Pflegestellen nicht wieder oder nur mit Problemen besetzen. „Die Tendenz ist stark ansteigend“, erklärte Stephan Fischer. „Drei Viertel aller Kliniken sieht hier in Zukunft ein deutliches Problem“, so der Institutsleiter. Nur bei den Verwaltungsfachangestellten der Krankenhäuser ergab die Befragung zurzeit keine Schwierigkeiten.

Die Personalsituation verursache höhere Kosten, so ein Fazit der Studie. „Über die Hälfte der Kliniken beschäftigten bereits Honorarärzte, Stellenwerbungen werden teurer und die Beschäftigung von ausländischem Fachpersonal bedeutet oft eine intensivere Einarbeitung“, sagte Fischer. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #109757
Loewenherz
am Montag, 11. Februar 2013, 21:04

ein bis fünf Bewerber pro Stelle...

ein bis fünf Bewerber pro Stelle klingt ja jetzt noch nicht so gravierend.
Aber für mich nicht im geringsten wunderlich:
1. Dass es Besetzungsprobleme gibt, ist weitläufig genug bekannt,
2. dennoch mit reduzierten Besetzungen Volllast stemmen müssen (kaufmännischer Leitung und sozialer Verpflichtung sei dank)? - unattraktiv.
3. Großer Umzug, Aufgabe von Freundes- und Bekanntenkreisen nach dem Studium, oder während/nach der FA Ausbildung? unattraktiv
4. Infrastruktur, Kulturangebot, Parnersuche auf dem Land? Unattraktiv.
5. Nach dem großen Umzug erst mal Abhängigkeit von den 2-3 noch realistisch mit dem Auto erreichbaren Häusern in der Umgebung falls die Arbeitsbedingungen an der ersten Stelle scheiße sind: unattraktiv
6. Bezahlung? Nicht anders als in der Großstadt - auch kein Grund.
7. Weiterbildungsbedingungen besser als in der Stadt? - nicht selten aufgrund des Mißverhältnisses von Arbeitsaufkommen zu Arbeitszeit ist die "strukturierte Weiterbildung" etwas, was man im Katalog steht und was "leider derzeit nicht erfüllt werden kann". - unattraktiv.
8. Arbeitsbedingungen? Labil, da Stellen schlecht nachzubesetzen sind und dann plötzlich das Arbeitsaufkommen explodieren kann, wenn mal 2 Kollegen gekündigt haben - unattraktiv.
(...) da könnte ich derzeit sicher noch ne Weile weitermachen.

Langfristig, mit Kindern, wenn man sich nochmal entwurzeln will und man wert auf große eigene Immobilie legt. Denkbarer. Aber im Moment genießt sich die Möglichkeiten der Großstadt bei vergleichbarem Gehalt, sicheren Arbeitsbedingungen und dem Wissen: Wenns blöd läuft, gibt es 8 andere Kliniken, die meine Weiterbildung weiterführen könnten, halt dann 3 oder 7 U-Bahn-Stationen entfernt und nicht 5.

Ich glaube nicht, dass die Lösung für unattraktive Arbeitsplätze ist "mehr Leute ausbilden, die den (pardon) Drecksjob dann machen *müssen*", sondern Strukturen zu schaffen, die ansprechend sind, sowohl für Anfänger als auch Fachärzte - und die Bedingungen müssen zwangsweise besser sein als die in den großen Städten, um die schlechteren Infrastruktur- und Umgebungsbedingungen auszugleichen. Sehe ich in unserer Krankenhaus-, -Kassen- und Strukturlandschaft derzeit aber leider nicht auf den Erwartungshorizont rücken.
Avatar #662238
Niegel
am Montag, 11. Februar 2013, 21:01

Nö...

... Fakt ist, dass mindestens 20% der Krankenhäuser in Deutschland überflüssig sind! D.h. sie können sofort morgen dicht gemacht werden.
Fakt ist, dass Deutschland einsamer Weltmeister in jährlichen Arzt-Patienten-Kontakten ist! D.h. es gibt zum einen ein massives Überangebot an Dienstleistern, welches sich seine Nachfrage selbst schafft, und zum anderen eine komplette Fehleinschätzung von der Wertigkeit ärztlicher (und pflegerischer, etc.) Tätigkeiten.
Fakt ist, vieles, sehr vieles, was in anderen Ländern Pfleger oder andere nichtärztliche Berufsgruppen machen, wird in Deutschland von Ärzten gemacht, also
NEIN zu noch mehr Studienplätzen in Medizin.
JA zur "Substitution ärztlicher Tätigkeit".
JA zum Kostenerstattungssystem in der gesetzlichen Krankenkasse, will sagen, der Patient bekommt die Rechnung vom Arzt und zahlt diese auch an ihn. Das Geld holt sich der Versicherte von seiner Versicherung.
JA zu Kliniks- und Praxisschließungen, denn nur diese verhindern effektiv überflüssige Behandlungen und Operationen.
Avatar #90058
marc
am Montag, 11. Februar 2013, 06:13

Selber Schuld

Ich lach mich kaput es kommen wohl keine Russen mehr ?
LNS

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