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Politik

Samenspende-Urteil: Auswirkung auf Babyklappen-Angebot unklar

Freitag, 8. Februar 2013

Berlin – Ob das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm zur anonymen Samenspende Auswirkungen auf den Gebrauch von Babyklappen hat, ist weiter unklar. Auf eine entsprechende Journalistenanfrage erklärte eine Sprecherin des Bundesfamilien­ministeriums am Freitag in Berlin, das Angebot der Babyklappen solle in den kommenden drei Jahren überprüft und Standards für deren Betrieb erarbeitet werden. Dies solle weiterhin Teil des geplanten Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt werden.

Der Gesetzesentwurf steht nach Ministeriumsangaben noch in der Abstimmung mit den Fraktionen. Das Gericht hatte am Mittwoch entschieden, dass die Tochter eines anonymen Samenspenders das Recht hat, den Namen ihres biologischen Vaters zu erfahren.

Der Gesetzesentwurf zur vertraulichen Geburt soll noch in diesem Monat ins Bundeskabinett eingebracht werden. Statt einer „anonymen“ Geburt will das Gesetz Schwangeren in Notsituationen eine „vertrauliche“ Geburt ermöglichen. Kernpunkt des Entwurfs ist, dass das Kind seine nur ihm zugängliche Herkunftsurkunde ab dem 16.  Lebensjahr einsehen kann.

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Bislang befinden sich die Angebote zur anonymen Geburt und die Babyklappen in einer rechtlichen Grauzone. Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts hatte Missstände bei Babyklappen beklagt. © kna/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #87626
bach
am Montag, 11. Februar 2013, 19:15

Anonymität und das Recht auf Auskunft

kollidieren hier mit der ärztlichen Schweigepflicht gegenüber dem anonymen Samenspender. Nach welchem Recht wurde hier geurteilt?
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 9. Februar 2013, 14:39

"Sein oder nicht Sein, das ist hier die Frage!"

Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen: Selbst in 250 Jahren, wenn Kinder üblicher Weise aus weiblichen Ei- und männlichen Samenzellen extrakorporal ausschließlich im Reagenzglas gezeugt und in künstlichen Gebärmüttern bis zur Geburtsreife aufgezogen werden könnten, wird jeder Mensch seiner existenziellen Frage nachhängen: Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Wer sind meine Eltern, meine Mutter und mein Vater? Und wenn ja, warum? Und weshalb wurde ich in eine "Babyklappe" gelegt?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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