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Medizin

Diclofenac trotz Warnungen das am häufigsten eingesetzt NSAID

Mittwoch, 13. Februar 2013

London/Toronto – Obwohl Diclofenac vermutlich das Herzinfarktrisiko erhöht, gehört es weiterhin zu den von internationalen Gremien empfohlenen und weltweit am häufigsten eingesetzten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAID), beklagen Experten in PLOS Medicine (2012; 10: e1001388). Neben Diclofenac wird auch der Einsatz von Etoricoxib kritisiert.

Nachdem der COX-2-Inhibitor Rofecoxib (Vioxx®) 2004 wegen des erhöhten Herzinfarkt­risikos vom Markt genommen wurde, gerieten auch andere NSAID in die Kritik. Patricia McGettigan vom William Harvey Research Institute in London und David Henry vom Institute for Clinical Evaluative Sciences in Toronto listen in ihrer Publikation sechs Meta-Analysen auf, die insbesondere Diclofenac ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bescheinigen.

Das Ausmaß war dem von Rofecoxib vergleichbar. Für das 2004 eingeführte Etoricoxib wurden teilweise noch höhere Risiken ermittelt. Konsequenzen hatten diese Ergebnisse bisher nicht. Diclofenac und Etoricoxib werden nach wie vor in den Listen der Welt­gesund­­heitsorganisation zu den essenziellen Medikamenten aufgeführt, die in jedem Land verfügbar sein sollten.

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Sie sind nach den Recherchen von McGettigan und Henry nicht nur überall verfügbar, sie verkaufen sich auch gut. Gut ein Drittel aller NSAID entfallen in den 15 Ländern, deren Verkaufsdaten die beiden Forscher ausgewertet haben, auf Diclofenac und Etoricoxib. Der Marktanteil von Naproxen, das in den Meta-Analysen mit dem geringsten kardiovaskulären Risiko verbunden war, betrug dagegen weniger als 10 Prozent.

McGettigan und Henry sprechen sich in ihrer Publikation für Einschränkungen von Diclofenac aus, auch ein Verbot ließe sich begründen. Diclofenac befindet sich derzeit auch im Fokus der Arzneimittelbehörden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat im letzten Jahr eine Sicherheitsprüfung eingeleitet. © rme/aerzteblatt.de

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