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Medizin

Gehört die Dranginkontinenz bald der Vergangenheit an?

Donnerstag, 14. Februar 2013

Boston – Integrine spielen eine entscheidende Funktion bei der Aktivierung der Harn­blase. Wissenschaftler der Harvard Medical School haben mit ihren Entdeckungen über die Integrinfunktion möglicherweise den Schlüssel zur Therapie überaktiver Harnblasen entdeckt. Sie publizieren ihre Ergebnisse im FASEB Journal (doi:10.1096/fj.12-223404).

Grundlage der Studie war die Funktion von Integrinen, einer bestimmten Proteingruppe, die  unter anderem im Urothel vorkommt. Durch Dehnung des Urothels bei Blasenfüllung werden die dort ansässigen Integrine aktiviert, welche daraufhin mit Nervenzellen und anderen Zellen der Harnblase interagieren.

Die Arbeitsgruppe aus Boston untersuchte die genauen Auswirkungen anhand zweier Gruppen von Mäusen, von denen eine dahingehend manipuliert wurde, dass ihr Urothel keine Integrine enthielt. Die genetisch veränderten Tiere zeigten im Vergleich zu den normalen Tieren eine verringerte Blasenkontrolle. Eingehende Messungen zeigten, dass die integrinfreien Harnblasen überaktiv waren. Zudem neigten sie zur Überfüllung und benötigten sehr viel länger bei der Entleerung.

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Während die meisten Medikamente zur Behandlung einer überaktiven Harnblase bisher auf Proteine im Blasenmuskel zielen, zeigt die aktuelle Studie, dass möglicherweise der Einfluss auf die Intregrine des Urothels mehr Erfolg verspricht. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir mit den Erkenntnissen über die Blasenfunktion neue Behandlungen entwickeln können.“, erklärt Warren G. Hill, Seniorautor der Studie: „Es ist extrem wichtig, dies so schnell wie möglich zu tun, da es Millionen von Menschen gibt, die enorm unter ihrer überaktiven Harnblase leiden. Und ich bin optimistisch, dass das neue Wissen über die Rolle der Integrine einen Prozess einleitet, an dessen Ende neue Medikamente stehen, die die Lebensqualität vieler dieser Menschen dramatisch verbessern wird.“ © nt/aerzteblatt.de

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