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Medizin

USA: Häufigere Anwendung der „Pille danach”

Donnerstag, 14. Februar 2013

dpa

Atlanta – Eine von neun sexuell aktiven Frauen in den USA hat in den letzten Jahren wenigstens einmal die umstrittene hormonelle Notfallkontrazeption benutzt, mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Dies geht aus einer Umfrage der US-Centers for Disease Control and Prevention unter mehr als 12.000 Frauen hervor. In der Alters­gruppe der 20 bis 24-Jährigen griff jede vierte Frau schon einmal auf die "Pille danach" („Plan B") zurück.

Die Notfallkontrazeption ist in den USA (vielleicht mehr noch als in Deutschland) in konservativen Kreisen umstritten, obwohl wissenschaftliche Studien den Wirkungs­mechanismus eher in einer Blockade beziehungsweise Verzögerung der Ovulation sehen denn in einer Verhinderung der Nidation. Die „Pille danach“ unterschiedet sich in diesem Punkt von der „Spirale danach“, die weniger in die Kritik geraten ist, obwohl sie eindeutig zum Absterben eines befruchteten, wenn auch erst wenige Tage alten Embryos führt.

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Auch in der regulären Anwendung sind die „IUD“ in den USA nicht sehr populär, was an den hohen Kosten liegt. Weniger als 10 Prozent aller Frauen in den USA wählen diese an sich sichere Methode.

Die meisten, nämlich acht von zehn Frauen, entscheiden sich für die Pille, wenn sie denn verhüten – was häufig nicht geschieht. Nach der Umfrage haben in den Jahren 2006 bis 2010 insgesamt 11 Prozent aller befragten sexuell aktiven Frauen schon einmal die Notfallkontrazeption angewendet, die in den USA in der Apotheke, für die meisten Altersgruppen auch rezeptfrei erhältlich ist. Die US-Regierung will sie künfrig kostenlos anbieten lassen. Im Jahr 2002 waren es nur 4 Prozent gewesen. Am häufigsten wendeten Frauen im Alter von 20 bis 14 Jahren den „Plan B“ an. Hier lag der Anteil bei 24 Prozent.

Bei 59 Prozent war die orale Notfallkontrazeption ein einmaliges Ereignis, doch 24 Prozent sagten, sie hätten sie bereits zweimal angewendet, bei 17 Prozent ist dies bereits dreimal oder noch häufiger vorgekommen. Für die Hälfte aller Frauen war der „Plan B“ der Versuch auf Nummer sicher zu gehen: 45 Prozent trauten der ursprünglich angewendeten Verhütungsmethode nicht. Besonders ängstlich waren hier die Frauen europäischer Herkunft (53 Prozent) oder solche mit einem höheren Schulabschluss (58 Prozent).

Interessant sind auch die Antworten zur allgemeinen Kontrazeption: 98 Prozent der Katholikinnen gaben an, schon einmal Sex mit einem Mann gehabt zu haben, der dabei ein Kondom benutzte (Männer wurden in der Studie nicht befragt). Bei den verschiedenen protestantischen Konfessionen lag der Anteil zwischen 94,6 und 96,6 Prozent. Auch bei der regulären oralen Kontrazeption „Pille“ war der Unterschied zwischen den beiden Glaubensrichtungen nicht so hoch, wie man erwarten könnte: 76 Prozent der Katholikinnen und 86 Prozent der Protestantinnen hatten die Antibabypille schon einmal angewendet. © rme/aerzteblatt.de

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