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Politik

Nordrhein-West­fälische Bistümer erlauben „Pille danach“

Freitag, 15. Februar 2013

dpa

Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen dürfen alle katholischen Krankenhäuser vergewaltigen Frauen die „Pille danach“ verordnen. „Ich habe die Zusage der katholischen Kirche, dass auch in allen zuständigen Krankenhäusern unter ihrer Trägerschaft in Nordrhein- Westfalen Frauen nach einer Vergewaltigung die Möglichkeit zur Einnahme einer Pille danach erhalten“, erklärte Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) heute in Düsseldorf.

Damit tragen sämtliche Bischöfe des Landes eine entsprechende Erklärung des Erzbistums Köln mit, nach der das Angebot einer ‚Pille danach‘ Teil der Behandlung von Frauen nach einer Vergewaltigung ist. „Welches Präparat zur Verhinderung einer Befruchtung angeboten wird, entscheiden auch an katholischen Krankenhäusern Ärzte im Rahmen ihrer Therapiefreiheit“, so Steffens weiter.

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Nachdem im vergangenen Dezember zwei katholische Kliniken die ärztliche Behandlung eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers in Köln abgelehnt hatten, hatten sich katholische Ärzte und Einrichtungen bundesweit verunsichert gezeigt. Viele Mediziner befürchteten einen Konflikt mit dem Arbeitgeber, wenn sie vergewaltigte Frauen bei der Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft medikamentös unterstützen würden. Daraufhin hatte Ministerin Steffens umgehend Gespräche mit dem Katholischen Büro NRW als Vertretung der Erzbistümer und Bistümer von Nordrhein-Westfalen aufge­nommen.

„Der freie Zugang zu einer ‚Pille danach‘ ist für Frauen nach einer Vergewaltigung auch für die psychische Stabilisierung enorm wichtig“, so die Ministerin. „Deshalb bin ich erleichtert über die Klarstellung der katholischen Kirche“. Sie hofft, dass sich auch die in der kommenden Woche tagende Deutsche Bischofskonferenz der Position der NRW-Bistümer anschließt. „Es darf kein Zweifel daran bestehen, dass Opfer von Gewaltverbrechen in katholischen Krankenhäusern umfassende Hilfe und Unterstützung erhalten - und zwar bundesweit“, betonte Steffens. © hil/aerzteblatt.de

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