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Grippeimpfstoff: Ärzte gegen Festlegung auf einen Hersteller

Montag, 18. Februar 2013

Bad Segeberg – „Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hält es nach wie vor für falsch, die Versorgung mit Grippeimpfstoff einem einzigen Hersteller zu überlassen!“ Das sagte der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Franz-Joseph Bartmann, nachdem die AOK Nordwest am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben hatte, von welchem Vertragspartner die gesetzlichen Krankenkassen in der kommenden Impfsaison 2013/2014 den Impfstoff beziehen werden.

Die Herstellung von Grippeimpfstoff sei derart sensibel, dass jederzeit Produktionsfehler auftreten könnten und Hersteller Chargen vom Markt nehmen müssten oder nicht ausliefern könnten, so der Kammerpräsident. Da andere Hersteller nicht auf Verdacht produzierten, stehe dann nicht sofort Ersatz zur Verfügung. Genau dies sei im vergangenen Herbst geschehen.

„Durch das Grippeimpfstoff- Desaster 2012 ist die Impfrate in Schleswig-Holstein um ein Viertel zurückgegangen. Leider muss man davon ausgehen, dass die aktuelle Erkrankungswelle damit im Zusammenhang steht“, sagte Bartmann. Er wies daraufhin, dass es bei der Grippeimpfung nicht nur um individuellen Schutz gehe, sondern auch darum, das ungebremste Ausbreiten einer Grippewelle zu verhindern.

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„Es ist legitim, dass die Krankenkassen sich bemühen, Kosten zu senken. Aber die Versorgung mit Grippeimpfstoff ist angesichts der erheblichen gesundheitlichen Risiken für die Menschen dazu nicht geeignet“, so das Fazit des Kammerpräsidenten.

Die AOK Nordwest hatte nach einer europaweiten Ausschreibung am 14. Februar bekannt gegeben, das Pharmaunternehmen Sanofi Pasteur MSD GmbH aus Leimen/Baden-Württemberg werde die gesetzlich Krankenversicherten in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen in der kommenden Grippesaison 2013/2014 mit Grippe-Impfstoff versorgen.

„Die Versorgungssicherheit bei der Belieferung mit Grippe-Impfstoff steht für uns im Mittelpunkt“, sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest, stellvertretend für die gesetzlichen Krankenkassen. © hil/aerzteblatt.de

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