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Medizin

Parkinson: Phytopharmakon Cogane scheitert in klinischer Studie

Montag, 18. Februar 2013

New York – Das Phytopharmakon Cogane, auf das auch in Deutschland viele Parkinson-Patienten ihre Hoffnungen gesetzt haben, hat in einer Phase-II-Studie das Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung nicht aufhalten können.

Der Cogane-Wirkstoff Smilagenin (PYM50028) ist ein Bestandteil der Stechwinde (Smilax), die in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt wurde. In Tierex­perimenten hat PYM50028 Mäuse vor der zerstörerischen Wirkung des Neurotoxins MPTP geschützt, das auch bei Menschen, die das toxische Nebenprodukt einer Designerdroge in den 1970er Jahren konsumierten, innerhalb weniger Wochen ein schweres Parkinson-Syndrom ausgelöst hat.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass das oral verfügbare PYM50028 die Bildung von Wachstumsfaktoren im Gehirn stimuliert, was den Wirkstoff für die präventive Behandlung im Frühstadium der Parkinson-Erkrankung interessant machte.

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Der britischen Firma Phytopharm aus Huntingdon bei Cambridge war es gelungen, Geldgeber für eine internationale Phase-II-Studie (CONFIDENT-PD) zu gewinnen, an der sich auch zahlreiche deutsche Zentren beteiligten. 425 Patienten wurden auf eine Behandlung mit Cogane in den Tagesdosierungen von 60 mg, 120 mg oder 180 mg oder auf ein Placebo randomisiert.

Die Patienten befanden sich im Frühstadium der Erkrankung, die Diagnosestellung lag noch keine 2 Jahre zurück, und sie hatten zuvor noch keine medikamentöse Behandlung erhalten. Cogane sollte das Fortschreiten der Erkrankung stoppen, gemessen am kombinierten Unified Parkinson's Disease Rating Scale UPDRS II/III (zu den Aktivitäten des täglichen Lebens und den motorischen Symptomen).

Am Ende der Studiendauer von 28 Wochen musste das Team um C. Warren Olanow von der Mount Sinai Medical School in New York jedoch feststellen, dass Cogane weder in der UPDRS II/III noch in mehreren sekundären Endpunkten eine Wirkung erzielte. Für viele Patienten, die auf ein gut verträgliches und wirksames „Naturheilmittel“ gehofft hatten, ist der Ausgang der Studie eine Enttäuschung.

Für die Firma Phytopharm, die neben Cogane nur noch ein zweites Mittel in der klini­schen Entwicklung hat, steht die Existenz auf dem Spiel. Der Aktienkurs fiel um über 80 Prozent, und alle weiteren Forschungsvorhaben mussten vorerst gestoppt werden. © rme/aerzteblatt.de

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