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Sport vergrößert Hirnareale

Mittwoch, 20. Februar 2013

dpa

Bochum – Leistungssportler haben in bestimmten Hirnregionen mehr graue Substanz als Nichtsportler. Das berichten Mediziner der Universität Bochum im Vorfeld der Jahres­tagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Allerdings ist noch unklar, ob dies die Leistung des Arbeitsge­dächtnisses steigert, also die Fähigkeit, Informationen schnell zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen.

Mit Hilfe der Kernspintomographie untersuchten die Wissenschaftler Gehirne von 26 Leistungssportlern und zwölf Nichtsportlern. Bei den Sportlern handelte es sich um 13 Kampfsportler, vor allem Judoka und Karateka, und 13 Ausdauersportler, vor allem Marathonläufer und Triathleten.

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Die Bilder der Kernspintomographie zeigten, dass die Sportler in einer bestimmten Hirnregion, dem supplementären motorischen Areal (SMA), deutlich mehr graue Substanz aufwiesen als die Nichtsportler.

„Bei den Ausdauersportlern fanden die Forscher der Uni Bochum sogar in zwei Hirnregionen, dem SMA und dem Hippocampus mehr graue Substanz als bei den Nichtsportlern,“ so der Leiter der Studie, Tobias Schmidt-Wilcke, Oberarzt an der Neurologischen Klinik, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum.

Allerdings sei noch unklar, ob die kernspintomographisch erfassten Veränderungen von einem Zellwachstum herrührten oder nur von einer stärkeren lokalen Durchblutung. „Die Ergebnisse bestätigen den Paradigmenwechsel, der vor einigen Jahren in der Hirnforschung stattgefunden hat“, sagte Joseph Claßen, Tagungspräsident der 57. Jahrestagung der DGKN, Leipzig. Lange sei man davon ausgegangen, dass sich das erwachsene Gehirn strukturell nicht mehr verändere.

„Mittlerweile wissen wir, dass etwa Lern- und Trainingsprozesse noch zu Veränderungen führen können“, erklärt Schmidt-Wilcke. Mit weiteren Untersuchungen wollen der Neurologe und sein Team herausfinden, ob die Zunahme der grauen Substanz bei Leistungssportlern Auswirkungen auf andere Lebensbereiche hat.

© hil/aerzteblatt.de

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