NewsPolitikRunder Tisch berichtet über Maßnahmen gegen sexuellen Kindesmissbrauch
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Runder Tisch berichtet über Maßnahmen gegen sexuellen Kindesmissbrauch

Mittwoch, 20. Februar 2013

Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Kristina Schröder (CDU) und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (r, FDP) heute in Berlin © dpa

Berlin – Einstige Mitglieder des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ haben sich heute in Berlin getroffen und über die Umsetzung von Maßnahmen gegen den Missbrauch berichtet. Den Vorsitz des heutigen Treffens hatten Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Kristina Schröder (CDU), Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), und die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen.

Schröder berichtete über vier Initiativen: Das Bundeskinderschutzgesetz sei seit Anfang 2012 in Kraft und bedeute eine deutliche Verbesserung für den Kinderschutz. In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung richtet sich eine weitere Initiative namens „Trau dich“ an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Im Mittelpunkt stehe ein Theaterstück, das Kinder spielerisch über deren Rechte infor­mieren und ihr Selbstbewusstsein stärken wolle.

Anzeige

Zudem unterstütze das Bundesfamilienministerium das Forschungsprojekt MIKADO mit dem Ziel, die Prävention von Missbrauch zu verbessern, mit mehr als zwei Millionen Euro. Das Ministerium habe außerdem das Projekt „Bedingungen der Implementierung von Beschwerdeverfahren in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe“ (BIBEK) gefördert. Es hat Empfehlungen zu formalen Beschwerdeverfahren für Kinder und Jugendliche erarbeitet.

Leutheusser-Schnarrenberger berichtete von den Leitlinien des Runden Tisches zur Einbeziehung der Strafverfolgungsbehörden. Sie gäben den Institutionen eine Orientierungshilfe, wie und unter welchen Bedingungen sie bei einem Verdacht auf sexuellen Missbrauch die Strafverfolgungsbehörden einbeziehen sollten.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Opfer von sexuellem Missbrauch habe das Bundes­ministerium der Justiz Empfehlungen des Runden Tisches zur Vermeidung von Mehrfachvernehmungen, zur Ausweitung der Opferanwaltsbestellung und zur Stärkung von Verletztenrechten aufgegriffen. „Gleichzeitig wurde noch vor der Abschlusssitzung des Runden Tisches ein wesentliches Kernanliegen der Betroffenen, die Verlängerung der zivilrechtlichen Verjährung von drei auf 30 Jahre, auf den Weg gebracht“, so die Ministerin.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt laut Quennet-Thielen 32 Millionen Euro für Forschung in den Bereichen Bildung und Gesundheit zur Verfügung. Damit sollen wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über Ursachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen, wirksame Präventionskonzepte und hilfreiche Therapieangebote entwickelt werden.

Die Staatssekretärin wies außerdem auf ein E-Learning-Vorhaben an der Universität Ulm hin. Es werde voraussichtlich hervorragende Fortbildungsmöglichkeiten für Pädagogen sowie Mediziner bieten, so Quennet-Thielen.

Kritik kam vom Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig. Es gebe „nach wie vor große Versäumnisse", erklärte der Missbrauchsbeauftragte am Mittwoch in Berlin. Die Bundesregierung machte die Länder für Verzögerungen beim geplanten Hilfsfonds für Opfer verantwortlich.

„Betroffene befinden sich in einem Vakuum aus Abwarten und Schweigen", kritisierte Rörig. Er verwies auf den Hilfsfonds, der bislang am Streit zwischen Bund und Ländern scheiterte, sowie auf das noch ausstehende Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs. Dieses wurde zwar bereits im Sommer 2011 vom Kabinett beschlossen, wegen Meinungsverschiedenheiten in der Koalition aber bis heute nicht vom Bundestag verabschiedet. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #100905
U.Hehl
am Sonntag, 10. März 2013, 13:19

Mehr Kinderschutz gegen Kindesmissbrauch

Muss vom Kindergarten bis hin in die Schule reformiert werden. Die Kinder müssen schon dort lernen, wo Kindesmissbrauch anfängt und aufhört.Kinder müssen wissen, wie sie sich verhalten sollen. Das natürlich so kindgerecht wie es möglich ist. Die Strafen für Kindesmissbrauch sind zu lasch. Müssen viel härter und eindeutiger werden. Ein Beispiel :die chemische Kastration.
LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juli 2020
Berlin – Die Berliner Familiengerichte und die Gewaltschutzambulanz der Charité sehen einen Anstieg bei der häuslichen Gewalt und Kindesmisshandlung im ersten Quartal 2020. So gab es von Januar bis
Mehr häusliche Gewalt und Kindesmisshandlungen im Zuge der Pandemie
30. Juni 2020
Celle – Nach mutmaßlichen Misshandlungen in einem Pflegeheim in Celle hat die Pflegekammer Niedersachsen Veränderungen für die Branche gefordert. „Wenn wir verhindern wollen, dass es so weitergeht,
Nach Misshandlungsvorwürfen in Heim fordert Pflegekammer Meldestelle
30. Juni 2020
München – Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat sich erschüttert von der Dimension des Missbrauchsfalls in Bergisch Gladbach gezeigt. Im Bayerischen Rundfunk (BR)
Bundesländer müssen Bekämpfung des Kindesmissbrauchs zur Chefsache machen
29. Juni 2020
Berlin – Im Zentrum Überleben in Berlin-Moabit suchen nach Deutschland geflüchtete Menschen, die Folter, Gewalt und Vertreibung erlebt haben und häufig schwer traumatisiert sind, Hilfe. Am
Zentrum Überleben hilft Geflüchteten
22. Juni 2020
Münster – Angesichts der Fälle von sexuellem Missbrauch und Gewalt gegen Kindern hat die Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) die Einrichtung eines Kinderschutzbeauftragten auf
Kinderschutz: ÄK Westfalen-Lippe regt Landesbeauftragten an
17. Juni 2020
Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern startet eine Bundesratsinitiative für eine härtere Bestrafung von Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie sowie bei sexueller Gewalt gegen Kinder. Das Bundesland
Bundesratsinitiative für härtere Strafen bei Kindesmissbrauch
17. Juni 2020
Magdeburg – Sachsen-Anhalt bietet Jugendlichen und Erwachsenen mit pädophilen Neigungen künftig mit einem Fernbehandlungsprojekt Hilfe an. Als bundesweit erstes Flächenland starte es dieses Angebot
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER