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Politik

Studie belegt steigenden onkologischen Versorgungsbedarf

Donnerstag, 21. Februar 2013

Berlin – Als Folge des demografischen Wandels wird die Zahl der Krebsneuer­krankungen in Deutschland in den nächsten Jahren um etwa ein Sechstel ansteigen. Dies geht aus der Studie „Herausforderung demografischer Wandel - Bestandsaufnahme und künftige Anforderungen an die onkologische Versorgung” hervor, die das Institut für Community Medicine der Universität Greifswald im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) anfertigte.  

Konkret erstellt die Studie auf Basis von Krebsregisterdaten des Jahres 2008 Prognosen zur Entwicklung der Krebsmorbidität und der regionalen onkologischen Versorgung für das Jahr 2020. „Die DGHO schafft damit die Voraussetzung für eine sachliche, nicht interessengeleitete Abschätzung des stationären und ambulanten Versorgungsbedarfs in der Onkologie“, erläuterte Mathias Freund, neuer Geschäftsführender Vorsitzender der Fachgesellschaft, bei der Präsentation der Studie in Berlin.

Den Hochrechnungen der Universität Greifswald zufolge wird im Vergleich zu 2008 die Zahl der Krebsneuerkrankungen bis zum Jahr 2020 um circa 67.000 pro Jahr zunehmen. Die größten absoluten Anstiege soll es bei Krebsentitäten mit einem Altersgipfel im höheren Lebensalter geben, beispielsweise bei  Prostatakrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs und Brustkrebs. Die Epidemiologen erwarten zwischen 2008 und 2020 einen Anstieg der Krebsprävalenz bei Männern um rund 116.000 auf dann 795.000 Patienten (+17%) und bei Frauen um 60.000 auf 725.000 Patientinnen (+9%).

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Eine Kostenexplosion bei den Krebstherapien erwartet der DGHO-Vorsitzende trotz steigender Patientenzahlen jedoch nicht: „Die onkologische Behandlung wird auch in Zukunft bezahlbar bleiben“, sagte er.  Gemessen am Vergleichsjahr 2008 steige allerdings der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten mit der Schwerpunktbezeichnung Hämatologie und Onkologie. Je nach Bundesland würden zwischen sechs und 25 Prozent mehr Ärzte gebraucht.

„Ein großer Teil dieses Bedarfs dürfte im ambulanten Sektor entstehen“, erklärte Freund.  Eine im Rahmen der Greifswalder Studie vorgenommene Analyse der Abrechnungsdaten des Wissenschaftlichen Instituts der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) hätte gezeigt, dass die Zahl der Patienten mit ambulanten Krebstherapien zwischen 2008 und 2011 stärker zugenommen hat als dies allein durch demografische Effekte zu erwarten gewesen wäre. Dies deute auf eine Verschiebung von Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich hin. © ER/aerzteblatt.de

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