Politik

Kürzere Ausbildungszeiten sollen Altenpflege attraktiver machen

Freitag, 22. Februar 2013

Berlin – Dem Fachkräftemangel in der Altenpflege entgegenwirken soll das „Gesetz zur Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege“. Der Deutsche Bundestag hat es gestern Abend einstimmig verabschiedet. Es sieht unter anderem vor, die Ausbildungszeit von Bewerbern mit entsprechenden Vorkenntnissen um ein Drittel auf zwei Jahre zu verkürzen.

„Das steigert die Attraktivität des Berufs und ist ein Zeichen der Anerkennung für Pflegende, die sich bereits über Jahre hinweg für unsere älteren Mitbürger eingesetzt haben“, begrüßte Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) die Entscheidung. Sie betonte, eine vorgesehene sogenannte Kompetenzfeststellung sichere gleichzeitig das Niveau der Altenpflege in Deutschland.

Anzeige

Laut dem Gesetz kann die Bundesagentur für Arbeit außerdem künftig die Weiterbildung zum Altenpfleger über drei Jahre finanzieren. Wer sich dafür entscheidet, muss den Beruf aber wie bislang drei Jahre lang lernen. Vor der Umsetzung muss der Bundesrat dem Gesetz noch zustimmen.

Der Bundestag setzt mit dem Beschluss einen Punkt der sogenannten Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege um, die Bund, Länder und Verbänden im Dezember 2012 beschlossen haben. Ziel dieser Offensive ist, in den nächsten drei Jahren die Zahl von Auszubildenden in der Altenpflege stufenweise um jährlich zehn Prozent zu steigern. Außerdem sollen bis 4.000 Pflegehelfer für eine Weiterbildung zur Altenpflegekraft gewonnen werden. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit können derzeit 14.000 offene Stellen für Altenpflegefachkräfte nicht besetzt werden.

Kritik kam von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Angesichts des steigenden Bedarfs an Pflegefachkräften sei es „überfällig, die Attraktivität der Pflegeberufe insgesamt zu steigern“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke. Es reiche nicht aus, die Ausbildungszeiten für Altenpfleger zu verkürzen.

Nötig seien vor allem eine bessere Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen durch mehr Personal in den Einrichtungen. Plaschke plädierte für die Einführung einer Pflegevollversicherung, „die sowohl die Angehörigen von Pflegebedürftigen entlastet, als auch die finanzielle Ausstattung des Pflegesektors insgesamt verbessert“. © hil/dapd/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20.02.17
Schwesig wirft Union Blockade bei Reform der Pflegeausbildung vor
Berlin – Im Streit um die Reform der Pflegeausbildung hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) die Union erneut zum Einlenken aufgefordert. Der Gesetzentwurf, den sie mit......
14.02.17
Kompromissvorschlag für die Ausbildungsreform in der Pflege
Berlin – Die Debatte um die Zukunft der Pflegeausbildung in Deutschland hält an. In einem offenen Brief haben jetzt 33 Organisationen um die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)......
10.02.17
Cannabis und Co.: Bundesrat billigt Gesetze
Berlin – Schwerkranke Menschen können künftig leichter Cannabis als Arzneimittel erhalten. Für die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen gelten künftig strengere Regeln. Der Bundesrat hat heute......
08.02.17
Leipzig – Ein neues Lehrprojekt ist jetzt am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) angelaufen: Für jeweils eine Woche betreiben Auszubildende der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege im dritten Lehrjahr......
02.02.17
Berlin – Die Große Koalition kann sich nach wie vor nicht auf einen Weg für eine künftige Pflegeausbildung einigen. Eine Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP) für das......
25.01.17
Berlin – Die Grünen haben Union und SPD aufgefordert, die Reform der Pflegeausbildung nicht wegen Streitereien innerhalb der großen Koalition auf die lange Bank zu schieben. „Im Interesse der......
24.01.17
Reform der Pflegeausbildung: Koalition kann sich nicht einigen
Berlin – Die Koalition kann sich nicht auf Einzelheiten der geplanten Reform des Pflegeberufegesetzes einigen. Deshalb solle jetzt der Koalitionsausschuss von Union und SPD darüber befinden. Das......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige