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Lieferengpass für das Krebsmedikament Capecitabin

Freitag, 22. Februar 2013

Berlin – Bis Mitte 2013 wird das Krebsmedikament Xeloda® mit dem Wirkstoff Capeci­tabin schwer verfügbar sein. Auf eine entsprechende Mitteilung der Roche Pharma AG hat die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) hingewiesen. Laut der DGHO kann die Roche Pharma AG das Medikament derzeit nur rationiert an den Großhandel abgegeben. Apotheken können bei Engpässen das Medikament beim Hersteller beziehen.

Onkologen setzen Capecitabin bei Darmkrebs und anderen Tumoren des Magen-Darm-Traktes sowie bei Brustkrebs ein. Die Substanz wird im Körper zu 5-Fluoruracil umgesetzt. Für die Substanz 5-Fluorouracil selbst besteht zurzeit ebenfalls eine Verknappung auf dem Weltmarkt.

„Die aktuelle Erfahrung unterstützt die auch von der DGHO erhobene Forderung nach einem öffentlichen Register für Arzneimittel, bei denen ein Engpass droht“, hieß es aus der Fachgesellschaft. Ein solches Register schaffe Transparenz und ermögliche es allen an einer Krebstherapie Beteiligten, frühzeitig zu reagieren.

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In vielen Teilen Deutschlands haben Klinikapotheken in den vergangenen Monaten mit Lieferengpässen bei verschiedenen Medikamenten zu kämpfen. „Die Krankenhäuser müssen teilweise auf alternative Präparate zurückgreifen, um ihre Patienten zu versorgen“, sagte die Vorsitzende des Landesverbands deutscher Krankenhaus­apotheker Rheinland-Pfalz, Ulrike Ott. Im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium liefen daher Gespräche über ein mögliches Melderegister für Arzneimittel-Lieferengpässe. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #594506
lupus1955
am Samstag, 23. Februar 2013, 16:58

Lieferengpässe bei Medikamenten

Hinterfragt denn irgendjemand, warum es zu Lieferengpässen kommt? Sind Fabriken abgebrannt? Rohstoffe tatsächlich knapp? Oder versucht die Industrie höhere Preise zu erpressen?
Register zur Vermeidung von Engpässen sind gut für arbeitsarme Bürokraten, helfen sie aber wirklich weiter?
Auch dieses Phänom reiht sich in eine interessante Entwicklung der "wir halten das Volk für dumm"-Haltung, Ich kann mich jedenfalls nicht an Informationen erinnern, warum es zu Engpässen kommt. Wo ist eigentlich die investigative Berichterstattung geblieben?
LNS
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