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Tarifverhandlungen: Marburger Bund erhöht den Druck auf die VKA

Freitag, 22. Februar 2013

Proteste vor dem Verhandlungshotel in Düsseldorf © dpa

Düsseldorf –  In den Tarifverhandlungen für die gut 50.000 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern hat der Marburger Bund (MB) den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Mehrere Hundert Ärztinnen und Ärzte aus kommunalen Kranken­häusern kamen heute nach Düsseldorf, um ihrem Ärger über das Angebot der Arbeit­geber in der aktuellen Tarifrunde Luft zu machen. Die Demonstranten versammel­ten sich vor dem Verhandlungshotel, wo die vierte Runde der Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) stattfand.

„Die heutige Aktion sollte den Arbeitgebern eine Warnung sein. Eine Minusrunde unterhalb der Teuerungsrate und dazu noch weniger Urlaub werden wir nie und nimmer akzeptieren“, sagte Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes Bundesverband, unter dem lauten Beifall der Kundgebungsteilnehmer, die nach MB-Angaben aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren.

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Die Demonstranten forderten die Arbeitgeber auf, nicht länger eine Reduzierung der Arbeitsbelastung zu blockieren. Bisher weigere sich die VKA, mit dem MB über eine Verringerung der wöchentlichen Höchstarbeitszeitgrenze mit Spitzenbelastungen von bis zu 96 Stunden pro Woche zu verhandeln.

„Wir haben in der letzten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt. Nun muss sich der Marburger Bund bewegen“, betonte hingegen VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann vor der Verhandlungsrunde. Es sei das Wesen von Tarifverhandlungen, sich aufeinander zuzubewegen: „Da sind beide Seiten gefragt.“

Die Klinikarbeitgeber bieten bislang Steigerungen der Gehälter und der Bereitschafts­dienstzahlungen um jeweils zwei Prozent an, bei einer Laufzeit von 14 Monaten. Zugleich soll aber der Urlaubsanspruch der Ärzte unter 55 Jahren „an die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts angepasst“ werden, was eine Kürzung der Urlaubstage um einen Tag auf 29 Tage bedeutet.

Die Ärztegewerkschaft fordert, dass die Ärztegehälter linear um sechs Prozent steigen. Um weitere 400 Euro pro Monat sollen die Gehälter jener Ärzte steigen, die bereit sind, mehr als 48 Stunden je Woche zu arbeiten und eine entsprechende „Opt-out-Regelung“ zu unterschreiben.

„Das vorgelegte Angebot hat nicht den Eindruck gemacht, dass die Arbeitgeber wirklich kompromissbereit sind. Mit Lippenbekenntnissen und Dumping-Angeboten werden wir uns nicht länger abspeisen lassen“, sagte MB-Vize Botzlar: „Wir haben heute gezeigt, dass unsere Mitglieder auch mit geringem Vorlauf sehr viel bewegen können.“

Weiter keine Annäherung
Marburger Bund und Arbeitgeber teilten am Abend mit, die Tarifgespräche am 4. und 5. März fortsetzen zu wollen. „Die Arbeitgeber lassen keinerlei Bereitschaft erkennen, die beispiellos hohen Arbeitszeitgrenzen der Klinikärzte zu reduzieren“, erklärte Rolf Lübke, Verhandlungsführer des Marburger Bundes. Ohne eine Senkung der Höchstarbeitsgrenze und ein deutliches Entgegenkommen in der Gehaltsfrage werde es aber keine Einigung geben.  

Der VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg warf dem Marburger Bund seinerseits vor, dieser habe sich auch in der vierten Verhandlungsrunde nicht bewegt und zeige sich „in keinem Punkt kompromissbereit“. Die Forderungen des Marburger Bundes würden nach seinen Angaben insgesamt zu Kostensteigerungen von rund 13 Prozent in den Krankenhäusern führen. Dies sei „vollkommen abwegig“. © JF/aerzteblatt.de

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