NewsMedizinHIV: Therapie erhöht Lebenserwartung in Südafrika dramatisch
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

HIV: Therapie erhöht Lebenserwartung in Südafrika dramatisch

Freitag, 22. Februar 2013

dpa

Boston – Die Ausweitung der antiretroviralen Therapie könnte zu den erfolgreichsten Public-Health-Maßnahmen aller Zeiten gehören. In der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal ist die Lebenserwartung der Bevölkerung innerhalb weniger Jahre deutlich gestiegen. Trotz der für die Region hohen finanziellen Belastung ist die Therapie laut einer Studie in Science (2013: 339: 966-971) in hohem Maße kosteneffektiv.

Die HIV-Epidemie hatte Südafrika vor allem in den ländlichen Regionen besonders hart getroffen. In der östlichen Provinz KwaZulu, eine der ärmsten Regionen des Landes, war zuletzt die Hälfte aller Frauen im Alter von 30 bis 49 Jahren HIV-positiv. Bei den Männern betrug der Anteil bei den 35 bis 59-Jährigen etwa ein Drittel. Unbehandelt führt die Immunschwäche fast immer zum Tode, und in KwaZulu wurden die Patienten lange Zeit nicht behandelt. Bis 2003 war die durchschnittliche Lebenserwartung auf 49,2 Jahre gefallen.

Anzeige

Die Wende kam im Jahr darauf, als die Regierung die antiretrovirale Therapie deutlich ausweitete. Die Auswirkungen waren dramatisch. In weniger als einem Jahrzehnt konnte der Verlust der Lebenserwartung zum großen Teil wieder aufgeholt werden, berichtet das Team um Jacob Bor von der Harvard School of Public Health, das zusammen mit der University of KwaZulu in Durban zweimal jährlich Befragungen durchführt.

Im Jahr 2011 war die durchschnittliche Lebenserwartung wieder auf 60,5 Jahre gestiegen. Für die Männer war dies ein Gewinn von 9 Jahren. Frauen leben sogar 13,3 Jahre länger als vor der Verfügbarkeit der Therapie.

Die antiretrovirale Therapie ist nicht billig. Die Provinz KwaZulu-Natal musste in den Jahren 2004 bis 2011 mehr als 10 Millionen US-Dollar aufwenden. Angesichts der gestiegen Lebenserwartung ist die Therapie jedoch kosteneffektiv. Laut Bot liegen die Kosten pro gewonnenem Lebensjahr bei 1.593 US-Dollar.

Das ist zwar fast ein Viertel des Pro-Kopf-Einkommens in Südafrika. Aus westlicher Sicht ist der Betrage jedoch gering. In der Krebstherapie werden Kosten von 30.000 Euro pro gewonnenem Lebensjahr für vertretbar gehalten, beim Einsatz von Medikamenten, die die Lebenserwartung der Patienten oftmals nur um wenige Monate erhöhen. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. März 2019
London – Der „Berliner Patient“ Timothy Ray Brown galt bisher als weltweiter Einzelfall, der von einer HIV-Infektion geheilt werden konnte. Einer Studie in Nature zufolge könnte es nun einen zweiten
HIV-Patient symptomfrei nach Knochenmarktransplantation
4. März 2019
Saarbrücken – Die Hemmschwelle, sich beim Hausarzt oder dem Gesundheitsamt auf den Aidserreger HIV testen zu lassen, ist für viele Menschen noch immer groß. „Sie schämen sich zum Beispiel oder
Aids-Hilfe setzt große Hoffnungen in neue Selbsttests
15. Februar 2019
Hamburg – Die Krankenkasse DAK übernimmt rückwirkend ab dem 1. Januar die Kosten für die HIV-Präexpositionsprophylaxe (Prep) . „Die DAK-Gesundheit ist die erste große Kasse, die jetzt agiert und ihren
DAK übernimmt Kosten für HIV-Präexpositionsprophylaxe
11. Februar 2019
Berlin – Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria braucht nach Einschätzung des Aktionsbündnisses gegen Aids mehr finanzielle Mittel. Nach wie vor sei HIV weltweit „die
Bündnis mahnt mehr Finanzmittel zur Bekämpfung von Aids an
6. Februar 2019
Berlin – Die Deutsche Aids-Hilfe setzt bei der frühen Erkennung von HIV-Infektionen auf die Expertise gynäkologischer Praxen. Diese erhalten daher in diesen Tagen die Broschüre „HIV früh erkennen in
Aids-Hilfe setzt bei früher HIV-Diagnose auf gynäkologische Praxen
6. Februar 2019
Washington – US-Präsident Donald Trump hat Republikaner und Demokraten in seiner Rede vor dem Kongress dazu aufgerufen, die HIV-Epidemie zu bekämpfen. In seiner Ansprache zur Lage der Nation warb der
Trump will gegen HIV-Epidemie vorgehen
28. Januar 2019
Berlin – Die Hilfe für HIV-infizierte Bluter sind nach Ansicht der Bundesregierung ausreichend und gesichert. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FPD-Fraktion im Bundestag hervor.
VG WortLNS
NEWSLETTER