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Politik

Contergan-Opfer sollen monatlich bis zu 7000 Euro erhalten

Montag, 25. Februar 2013

Berlin – Die Contergan-Geschädigten in Deutschland können mit einer deutlichen Auf­stockung ihrer monatlichen Rente rechnen. Laut dem Gesetzentwurf des Familien­minis­teriums, sollen sie rückwirkend zum 1. Januar statt bisher maximal 1.152 Euro bis zu 6.912 Euro im Monat erhalten. Dazu kommen im Einzelfall zusätzliche medizinische Leistungen. 

Die Koalition hatte Ende Januar versprochen, die Lage der Contergan-Geschädigten zu verbessern und dafür 120 Millionen Euro jährlich angekündigt. 90 Millionen Euro jährlich sollen nun für die Anhebung der Rente ausgegeben werden, 30 Millionen Euro für zusätzliche medizinische Leistungen, wie aus dem Gesetzentwurf hervorgeht.  

„Contergan­geschädigte wollen keine Bittsteller mehr sein“

Berlin – Zum ersten Mal seit dem Contergan-Skandal vor über vierzig Jahren liegt eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Lebenssituation contergangeschädigter Menschen in Deutschland vor.

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Das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan war in Deutschland von 1957 bis 1961 rezeptfrei vertrieben worden. Sein Wirkstoff Thalidomid führte bei insgesamt bis zu 12.000 Kindern, davon allein rund 5000 in Deutschland, zu dauerhaften Schädigungen wie schwerwiegenden Fehlbildungen an den Gliedmaßen.

Anspruch auf die Rente für Geschädigte haben hierzulande rund 2700 Menschen, wie aus dem Gesetzentwurf hervorgeht. Zehn Prozent von ihnen leben demnach im Ausland. © afp/aerzteblatt.de

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pain1961
am Mittwoch, 6. März 2013, 09:20

Es wurde auch Zeit! Allerdings wird wieder einiges Unrecht weiter bestehen bleiben

Es ist klasse, dass endlich mehr Entschädigung für die Conterganopfer gezahlt wird - keine Frage! Es wurde Zeit, denn viele haben den Körper eines 80-jährigen Menschen und nicht eines 50-jährigen.
Aber!!!!!!!! Es wird immer noch ungleich behandelt, denn viele Opfer, sagen wir mal ca. 12% der Anerkannten, bekommen ihre Entschädigung (auch wenn, dass das falsche Wort dafür ist) erst ab Antragstellung und nicht ab 1972, wie die meisten der Opfer. ALLE sind aber seit Geburt geschädigt und nicht erst ab Antragstellung! Hier ist ein Ungleichgewicht und gegen alle Gleichberechtigung. Noch mehr Unmenschlichkeit und Unrecht liegt/lag in der Ausschlussfrist (01.01.1984 - 30.06.2009)!!!!!! Es konnte sogar niemand, in dieser Zeit einen Antrag stellen, sondern erst ab 01.07.2009 (offiziell 25,5 Jahre lang keine Möglichkeit). Dann kommt noch dazu, dass es Ausnahmen gab (unrechtmäßig), die innerhalb der gesetzlichen Ausschlussfrist anerkannt wurden und sogar rückwirkend ab 1972 "Rente" bezogen. Ein Fall, sogar in 2008. Das war und ist gesetzeswidrig!!!!!! Schließlich hatten alle keine Handhabe mehr gegen Grünenthal vorzugehen, dies hat die Bundesregierung verhindert und somit haben viele Opfer ab 1972 bis heute keine Zahlungen erhalten. Diese Opfer werden auch jetzt nicht bedacht. Genauso sind noch viele nicht anerkannt und werden mit irgendwelchen Syndromen ausgeschlossen (Willkür??? Um Geld zu sparen???). Es liegen Schreiben vor, die das sogar bestätigen, dass möglichst viele abgelehnt werden sollen. Hier geht das Unrecht weiter. Es wird erst enden, wenn wir ALLE tot sind. Ich denke immer an den Spruch: Recht haben ist in Deutschland noch lange nicht "Recht bekommen"!
Es wäre wunderbar, wenn sich einige Journalisten, auch diesem Thema einmal widmen.
Ich bitte ebenso, wie die meisten der Opfer, die noch nicht anerkannt sind oder erst spät anerkannt wurden, um endgültigen Rechtsfrieden!
Viele verantwortliche Politiker sollten sich einmal das Grundgesetz gründlich vornehmen!!!!
LNS

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