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Medizin

Was Patienten mit einem Retina-Chip sehen

Dienstag, 26. Februar 2013

Tübingen – Einen ermutigenden Zwischenbericht von der Implantation eines soge­nannten subretinalen elektronischen Seh-Chips bei neun erblindeten Patienten mit erblichen Netzhautdegenerationen können Ärzte im Department für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen geben: Die Retinitis-Pigmentosa-Patienten konnten damit Gegenständen wie Bäume, Möbel, Geschirr und Besteck auf dem Tisch oder Autoscheinwerfer in der Nacht erkennen.

„Manche Patienten konnten auch Gesichtsmimik interpretieren oder Buchstaben lesen“, berichtet die Arbeitsgruppe um Eberhart Zrenner. Die Ergebnisse der Studie sind in den Proceedings oft the Royal Society erschienen (doi: 10.1098/rspb.2013.0077).

Das in der Studie getestete Implantat ist laut der Arbeitsgruppe derzeit das einzige Netzhautimplantat weltweit mit einer so hohen Pixeldichte und das einzige, bei dem sich der lichtaufnehmende Teil im Augeninneren befindet, so dass die natürlichen Augenbewegungen am Sehprozess beteiligt sind. Der Chip bildet 1.500 Pixel ab und vermittelt ein Gesichtsfeld von etwa 11 bis 15 Sehwinkelgrad.

Alle wesentlichen Teile wie Kamera und Elektronik haben die Ärzte im Körper implantiert, mit Ausnahme eines dünnen Kabels, das zu einer kleinen Spule hinter dem Ohr verläuft. Die neue kabellose Stromversorgung erlaubt den Patienten mehr Bewegungsfreiheit im täglichen Leben, so dass eine größere Anzahl von Patienten durch den Chip Seherfahrungen im Alltag machen konnte.

Die Sehschärfe sowie andere visuelle Funktionen haben die Tübinger mit standardisierten Methoden getestet. Im Vergleich mit früheren Ergebnissen aus der Pilotstudie konnten sie mit diesem Sehimplantat eine bessere Sehschärfe messen. Das Implantat vermittelt Konturen in etwa neun Graustufen als Schwarz-Weiß-Bild. © hil/aerzteblatt.de

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