Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Enge Grenzen für Zwangsmedikation psychisch Kranker bestätigt

Donnerstag, 28. Februar 2013

Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht hat die strikten Grenzen für die Zwangs­medikation psychisch kranker Täter bekräftigt. Wie bereits in Fällen aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erklärten die Richter in einem heute veröffentlichten Beschluss auch Regelungen zur Zwangsbehandlung in Sachsen für verfassungswidrig. Medika­mente dürfen demnach einem Patienten nur dann gegen dessen Willen verabreicht werden, wenn bei ihm die Einsichtsfähigkeit in die Behandlung „krankheitsbedingt fehlt“. (Az: 2 BvR228/12) 

Geklagt hatte ein an paranoider Schizophrenie leidender Mann, der nach einer räuberischen Erpressung wegen Schuldunfähigkeit in einem psychiatrischen Kranken­haus in Sachsen untergebracht worden war. Weil er sich dort dann immer wieder weigerte, antipsychotische Medikamente zu nehmen, holten die Behörden beim recht­lichen Betreuer des Kranken die Einwilligung für eine Zwangsbehandlung ein, die von den Landesgerichten bestätigt wurde. 

Laut Karlsruhe fehlt es aber an einer rechtlichen Grundlage dafür. Medizinische Zwangsbehandlungen seien nur zulässig, wenn dem Betroffenen krankheitsbedingt die Einsichtsfähigkeit fehlt.

Die Einwilligung des Betreuers könne aber nicht einfach an die Stelle des Kranken gesetzt werden, weil er laut Betreuungsrecht nicht befugt ist, in die Zwangsbehandlung eines im Maßregelvollzug Untergebrachten einzuwilligen. Zudem werde in dem sächsischen Gesetz nicht deutlich gemacht, unter welchen Umständen eine Zwangsbehandlung zumutbar und verhältnismäßig ist. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

chinamed
am Montag, 4. März 2013, 10:12

Behandlungsrechte der Betroffenen sind unantastbar

Die versprochene Heilung erfolgt mit den antipsychotischen Medikamenten nicht, statt dessen geht es den Betroffenen möglicherweise zeitweilig besser. Das wird erkauft mit den langfristigen Nebenwirkungen bis hin zur Verschlechterung der Erkrankung. Die Betroffenen wehren sich zu recht gegen Zwangsmedikation. Auch der Kranke hat eine unantastbare Menschenwürde. Schlimm, dass immer wieder Ärzte die Rechte der Patienten missachten und erst geklagt werden muss, um die Rechte der Betroffenen durchzusetzen.

Nachrichten zum Thema

24.10.17
Angststörungen nehmen sachsenweit deutlich zu
Dresden – Die Barmer hat eine Zunahme von Angststörungen bei ihren Patienten auch in Sachsen registriert. 2016 hätten 6,6 Prozent der Versicherten im Freistaat von ihrem Arzt eine entsprechende......
13.10.17
Erhöhtes Risiko für psychische Erkrankung bei Krebsverdacht und -diagnose
Frankfurt am Main – Verdachtsdiagnosen auf Brust- oder verschiedene Formen von Genitalkrebs bei Frauen sind mit einem höheren Risiko verknüpft, an einer Depression, Angst- oder Anpassungsstörung zu......
11.10.17
Psychisch Kranke werden häufig ausgegrenzt
Berlin – Menschen mit psychischen Erkrankungen haben immer noch häufig mit Ausgrenzung zu kämpfen. Angst vor Zurückweisung und Stigmatisierung sei für die Betroffenen eine hohe Belastung, teilte die......
11.10.17
Universität Hildesheim bildet Psychologen für Gefängnisse aus
Hildesheim – Zur Gewinnung von Fachkräften für die Gefängnisse und den Maßregelvollzug hat Niedersachsen an der Universität Hildesheim den neuen Schwerpunkt Rechtspsychologie geschaffen. Das Angebot......
10.10.17
Rund eine Million Erwachsene in Bayern leiden unter Depressionen
München – Zu einem offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen hat Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) aufgerufen. „Wer sich ein Bein bricht, geht zum Arzt. Das sollte auch bei einer......
10.10.17
Inklusive Konzepte in Afrika eröffnen Perspektiven für die Versorgung
Berlin – Psychische Erkrankungen belasten Menschen weltweit, die jeweiligen Lebensbedingungen und Gesundheitssysteme sind aber ausgesprochen unterschiedlich. Anlässlich des Weltkongresses für......
10.10.17
Krankenhaus will mit Plakaten für psychische Erkrankungen sensibilisieren
Ansbach – Depression, Burnout, Sucht, Essstörung. Mit einer eher ungewöhnlichen Plakat-Kampagne machen die Bezirkskliniken Mittelfranken auf psychische Erkrankungen aufmerksam. Krankheiten der Psyche......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige