NewsPolitikGrünes Licht für bundeseinheitliches Krebsregister
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Grünes Licht für bundeseinheitliches Krebsregister

Freitag, 1. März 2013

Berlin – Der Startschuss für eine bundesweite Datenbank zu Krebserkrankungen ist gefallen. Der Bundesrat gab heute grünes Licht für ein entsprechendes Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister (Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz). Ziel ist es, möglichst die beste Therapie für krebskranke Menschen flächendeckend sicherzustellen. Das Gesetz soll bis 2016 umgesetzt werden.

Dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) zufolge ist Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit mehr als 218.000 Todesfällen pro Jahr die zweithäufigste Todesur­sache in Deutschland. „Krebskranke Menschen haben Anspruch auf eine Behandlung mit den höchsten Heilungs- und Überlebenschancen“, sagte dazu Bundesgesund­heitsminister Daniel Bahr (FDP). Bundesweit einheitlich geführte klinische Krebsregister würden Erkenntnisse zu Diagnose, Behandlung, Heilungsprozessen oder zu Rückfällen liefern. „Die erfolgreichste Krebsbehandlung wird so sichtbar und kommt unmittelbar den Patienten zugute“, so der Minister.

Anzeige

Dem Gesetz zufolge sollen die unterschiedlichen klinischen Krebsregister zukünftig in Deutschland nach möglichst einheitlichen Maßstäben arbeiten. Ein in medizinischen Fachkreisen erarbeiteter Datensatz für die Dokumentation von an Krebs erkrankten Menschen bildet laut BMG die Grundlage für die klinische Krebsregistrierung und sichert ihre Einheitlichkeit.

Für den Ausbau der flächendeckenden klinischen Krebsregister stellen die Deutsche Krebshilfe 7,2 Millionen Euro und die Länder insgesamt 8 Millionen Euro bereit. Soweit festgelegte Fördervoraussetzungen vorliegen, zahlt die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung für jede verarbeitete Meldung zur Neuerkrankung an einem Tumor zukünftig eine fallbezogene Pauschale von 119 Euro an die klinischen Krebsregister zur Deckung ihrer Betriebskosten.

Gleichzeitig sollen die bestehenden Krebsfrüherkennungsangebote für Männer und Frauen weiterentwickelt werden. Daniel Bahr: „Gute Informationen und die freiwillige Teilnahme sind mir dabei wichtig.“ Bei drei Krebsarten wisse man sicher, dass der Nutzen einer Untersuchung ein mögliches Risiko deutlich übersteigt. Deswegen sollen die Krankenkassen ihre Versicherten künftig regelmäßig anschreiben und zu Brustkrebs-, Darmkrebs- sowie Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung einladen, so der Minister. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

6. Juli 2020
Köln – Die Studienlage liefert im Augenblick keinen Anhaltspunkt dafür, dass regelmäßige Hodenkrebs-Früherkennungsuntersuchungen für asymptomatische Männer ab 16 Jahren zu besseren
Hodenkrebs: Keine Empfehlung für Screening ab 16 Jahren
30. Juni 2020
Ulm – Das Universitätsklinikum Ulm hat ein neues nationales Register für Patienten mit follikulärem Lymphom eingerichtet. Initiator ist Christian Buske, Ärztlicher Direktor am Comprehensive Cancer
Uniklinik Ulm: Register für follikuläre Lymphome gestartet
18. Juni 2020
Heidelberg – Je niedriger die Zugangshürden sind, desto häufiger nutzen Versicherte Angebote zur Darm­krebs­früh­erken­nung. Das geht aus einer Studie hervor, die Wissenschaftler vom Deutschen
Darmkrebsfrüherkennung: Niedrige Zugangshürden steigern Teilnahmequote
12. Juni 2020
Köln − Bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom hat eine Fusionsbiopsie im Vergleich zur bisher üblichen transrektalen oder transperinealen Ultraschallbiopsie keinen höheren Nutzen oder Schaden. Zu
Prostatakrebs: Kein Anhaltspunkt für höheren Nutzen der Fusionsbiopsie
5. Juni 2020
Alexandria – Eine breite Testung auf Mutationen, die mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert sind, kann zu ungerechtfertigten Operationen führen. So unterzogen sich einige Frauen des
Nach Gentest zu oft die Eierstöcke raus
26. Mai 2020
Warschau −Ein negativer Befund in einer Koloskopie könnte nach den Erfahrungen der polnischen Darmkrebsvorsorge in den Annals of Internal Medicine (2020; DOI: 10.7326/M19-2477) auch über das
Studie: Sorgfältige Koloskopie kann länger als 10 Jahre vor Darmkrebs schützen
25. Mai 2020
Berlin – In seinem Abschlussbericht zu der Frage, ob Männern ohne Verdacht auf Prostatakrebs innerhalb der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) in Deutschland ein Prostatakarzinom-Screening mittels
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER