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Medizin

Studie bestätigt Sicherheit von Darmspiegelungen

Montag, 4. März 2013

Heidelberg – Bei etwa fünf von 10.000 Koloskopien kommt es zu einer Darmblutung, die eine Krankenhauseinweisung erfordert. Verletzungen der Darmwand treten mit einer Häufigkeit von weniger als einmal pro tausend Untersuchungen auf. Das berichten Wissenschaftler um Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in der Zeitschrift Gastrointestinal Endoscopy (doi 10.1016/j.gie.2012.10.028).

Christian Stock, der Erstautor der Studie, wertete mit seinen Kollegen aus Brenners Gruppe die Daten von mehr als 33.000 AOK-Versicherten aus, die zwischen 2001 und 2008 ambulant koloskopiert wurden, entweder im Rahmen des gesetzlichen Früher­kennungs­programms oder aufgrund medizinischer Indikationen. Als Kontrolle diente eine ebenso große Gruppe von Versicherten, die die Früherkennung nicht wahrgenommen hatten.

Die Forscher analysierten die Häufigkeit von ernsthaften Ereignissen wie Darmwand­verletzungen, Darmblutungen, die eine Krankenhauseinweisung erforderten, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie die Sterblichkeit. Dabei betrachteten die Wissenschaftler einen Zeitraum von 30 Tagen nach der Darmspiegelung, um auch eventuelle Spätfolgen zu erfassen. Todesfälle und nicht-lokale Komplikationen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte kamen in der Koloskopiegruppe nicht häufiger vor als bei den Kontrollen.

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„Zu den seltenen ernsthaften lokalen Komplikationen kommt es zumeist nur dann, wenn bei der Untersuchung ein großer Polyp entdeckt und abgetragen wird“, sagte Brenner. Gerade in solchen Fällen profitierten die Patienten jedoch ganz besonders von der Darmspiegelung.

„Würden mehr Menschen die Vorsorge- Untersuchung wahrnehmen, ließen sich in Deutschland jedes Jahr etwa die Hälfte aller Darmkrebs-Neuerkrankungen und Sterbefälle vermeiden“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Seit 2002 ist die Darmspiegelung für Versicherte ab dem 55. Lebensjahr Bestandteil des gesetzlichen Programms zur Krebsfrüherkennung. Rund ein Fünftel der Berechtigten nimmt das Früherkennungsangebot wahr. © hil/aerzteblatt.de

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