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Politik

Nationale Diabetes-Strategie gefordert

Dienstag, 5. März 2013

Berlin – Ärzte und Patienten drängen auf die Realisierung einer Nationalen Diabetes-Strategie für Deutschland. Dazu startete Anfang März die Kampagnen-Website www.diabetes-stoppen.de. Mit ihr versucht diabetesDE-Deutsche Diabetes Hilfe, das Thema Diabetes mellitus so in die gesellschaftliche Diskussion zu bringen, dass es nach der Bundestagwahl in diesem Jahr bei den Koalitionsverhandlungen berücksichtigt wird.

Rückendeckung erhält die Initiative bereits aus der Politik. „Wir brauchen einen Nationa­len Diabetes-Plan“, bekräftigte Renate Künast, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, bei der Vorstellung der Kampagne in Berlin. Auch Dietrich Monstadt (CDU/CSU), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages, versprach, sich für neue Präventionsanreize einzusetzen.  

Die Diabetes-Kampagne umfasse drei Blöcke, erläuterte Thomas Danne, Vorstands­vorsitzender der Deutschen Diabetes Hilfe. Erstens solle die bestmögliche Versorgung von Patienten mit Diabetes gesichert werden, zweitens Maßnahmen zur Etablierung eines gesunden Lebensstils gefördert und drittens die Selbsthilfe gestärkt werden.

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Unterstützung erhält die Initiative auch vom Deutschen Hausärzteverband. Dessen Bundesvorsitzender, Ulrich Weigelt, forderte eine neue Versorgungslandschaft. Bislang  arbeiteten die Behandler von Diabetes nicht ausreichend Hand in Hand. Notwendig sei eine sektorenübergreifende Versorgung, die den Patienten in den Mittelpunkt stelle, sagte er.

Im Einzelnen stellte die Deutsche Diabetes-Hilfe 20 Forderungen auf. Dazu gehören mehr Lehrstühle für Diabetologie und andere endokrinologische Ausbildungsstätten, die Einrichtung eines „Facharztes für Innere Medizin und Diabetologie“ sowie eine bundes­weite Vereinheitlichung der Curricula.

Um einen gesunden Lebensstil zu fördern, fordert sie, den Mehrwertsteuersatz für ungesunde Produkte anhand ihres Fett- und Zuckergehaltes zu erhöhen und jeden Tag eine volle Stunde Sport beziehungsweise Bewegung in der Schule zu etablieren. Verpflichtend sollen Qualitätsstandards für die Schulverpflegung und die Deklaration von Brot- oder Kohlenhydrateinheiten auf allen verpackten Lebensmitteln eingeführt werden. Darüber hinaus fordert die Diabetes-Hilfe, an Kinder gerichtete Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel und Getränke zu verbieten.

Beim dritten Themen-Block, der Stärkung der Selbsthilfe, fordert die Initiative vor allem Stimmrecht der Patienten im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA), denn diese haben bislang lediglich ein Anhörungsrecht. An die Krankenkassen appelliert die Deutsche Diabetes-Hilfe, stärker mit der Selbsthilfe zu kooperieren und Sportangebote und Freizeiten für Kinder mit Typ-1-Diabetes gezielt und so früh wie möglich zu fördern © ER/aerzteblatt.de

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