Politik

Bundesregierung: Stammzelltherapie möglicherweise bald klinisch relevant

Mittwoch, 6. März 2013

Berlin – Auf die klinische Relevanz der Therapie mit menschlichen embryonalen Stamm­zellen (hES-Zellen) geht die Bundesregierung in ihrem sogenannten Fünften Erfahrungs­bericht ein. Das Kabinett hat den Bericht heute beschlossen, er wird jetzt dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat übermittelt.

Der Bericht weist daraufhin, dass in einem Teil der Forschungsprojekte Zellmodelle aus hES-Zellen für degenerative Erkrankungen wie Chorea Huntington entwickelt werden. An diesen Modellen könnten künftig die Krankheitsentstehung und die Wirkstoffent­wicklungen erforscht werden. „Dies scheint der erste Bereich zu sein, in dem Ergebnisse der humanen embryonalen Stammzellforschung klinische Relevanz erlangen könnten“, heißt es von der Bundesregierung.

Anzeige

Das Stammzellgesetz hat 2002 die Forschung mit hES-Zellen in Deutschland gesetzlich geregelt. Es erlaubt die Einfuhr und die Verwendung humaner embryonaler Stammzellen zu genehmigungspflichtigen Forschungszwecken. Gleichzeitig soll es den Schutz menschlicher Embryonen nach dem Embryonenschutzgesetz wahren, das die Gewinnung von embryonalen Stammzellen aus menschlichen Embryonen in Deutschland unter Strafe verbietet.

Das Stammzellgesetz sieht eine Berichtspflicht vor. So soll der Deutsche Bundestag in die Lage versetzt werden, die mit der bisherigen Regelung gemachten Erfahrungen in seine Meinungsbildung einzubeziehen.

Der jetzt vorgelegte fünfte Bericht bezieht sich auf die Jahre 2010 und 2011. Er geht auf die Anträge zur Einfuhr und Verwendung von hES-Zellen und ihre Bearbeitung ein und bewertet die Erfahrungen, die dabei mit dem Genehmigungsverfahren und im sonstigen Umgang mit dem Gesetz gemacht wurden.

Dabei ist laut den Autoren des Berichtes deutlich, dass hES-Zellen trotz der neu verfügbaren humanen induzierten pluripotenten Stammzellen (hiPS-Zellen) in der Forschung nötig bleiben. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16.03.17
Miami und Kyoto – In den USA haben drei Frauen nach einer vermeintlichen Stammzelltherapie der altersbedingten Makuladegeneration einen schweren Sehverlust erlitten. In Japan blieben Forscher mit......
03.03.17
Cambridge/England – Das Forscherteam, das im letzten Jahr menschliche Embryonen im Labor bis zum 13. Tag nach der Befruchtung heranreifen ließ, hat seine Experimente – dieses Mal an Mäusen –......
06.02.17
Denver – Eine autologe Stammzelltherapie könnte die effektivste Behandlung der Multiplen Sklerose sein. In einer Phase-2-Studie waren fast alle Patienten mit der schubförmig remittierenden Variante......
27.01.17
Forscher bilden chimäre Embryonen mit menschlichen Anteilen
Palo Alto/La Jolla - Zwei Forschergruppen sind dem Ziel, menschliche Organe in Tieren zu züchten, um sie zu wissenschaftlichen Zwecken oder zur Transplantation zu verwenden, einen Schritt näher......
20.01.17
Boston – Die klonale Hämatopoese, eine im Alter häufig auftretende prämaligne Veränderung des Knochenmarks, könnte ein wichtiger Auslöser der Atherosklerose sein, an der viele Menschen im Alter......
20.01.17
Berlin – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Bewertungsverfahren zu drei Varianten der Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom unterbrochen und die Entscheidung über den möglichen......
12.01.17
Diabetes: Wie Knochenbrüche besser heilen könnten
Palo Alto – Diabetespatienten, deren Knochen nach einem Bruch schlecht heilen, könnten Ärzte mit einem lokal applizierten Hydrogel helfen. Zumindest bei Mäusen mit Diabetes gelang es Forschern vom......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige