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Medizin

USA: Carba­penem-resistente Darmbakterien breiten sich aus

Mittwoch, 6. März 2013

Atlanta – An US-Kliniken steigt die Zahl der Infektionen mit Carbapenem-resistenten Enterobakterien, für die häufig keine wirksamen Antibiotika mehr zur Verfügung stehen. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeigen sich angesichts eines Berichts in Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR; 2013; 62: 1-6) alarmiert. Die potenzielle Weitergabe der Resistenzen an andere Darmerreger wird als „Alptraum-Szenario“ beschrieben.

Aufgrund ihres breiten Wirkungsspektrums werden Carbapeneme (Imipenem, Ertape­nem, Meropenem, Doripenem und Tebipenem) in Kliniken zunehmend als Reserve­antibiotika zur Behandlung schwerer Infektionen verwendet. Ihre Wirksamkeit gegen Enterobakterien war lange Zeit sehr gut. Seit einigen Jahren häufen sich jedoch Berichte über Therapieversager. Ursache sind Carbapenem-Resistenzen einzelner Enterobakterien.

Der Anteil der Kliniken, in denen wenigstens einmal pro Jahr Carbapenem-resistente Enterobakterien aufgetreten sind, ist in den USA von einem Prozent im Jahr 2001 auf 4 Prozent im Jahr 2012 gestiegen. Besonders häufig betroffen sind Klebsiella-Spezies. Resistenzen dieses Keims wurden im letztem Jahr von 10 Prozent der Kliniken beschrie­ben, die an zwei Surveillance-Projekten der CDC teilnehmen. Invasive Carbapenem-resistente Darmbakterien sind schwer zu behandeln. Die Mortalität liegt laut CDC bei 40 bis 50 Prozent.

Die CDC hat im letzten Jahr strenge Maßnahmen zur Isolierung der Patienten angeord­net, die in separaten Bereichen von einem eigens abgestellten Personal betreut werden müssen. Bislang sind die Carbapenem-resistenten Enterobakterien ausschließlich in den Kliniken gefunden worden. Eine Ausbreitung auf den ambulanten Bereich ist nach Einschätzung der CDC jedoch nicht mehr auszuschließen.

Zu einem „Alptraum-Szenario“ käme es, wie der Leiter Thomas Frieden gegenüber der Presse meinte, wenn die Klebsiellen die Resistenz-Gene im Darm an normale E. coli weiterreichen würden. E. coli sind ein häufiger Erreger von Harnwegsinfektionen, die derzeit noch gut auf Antibiotika ansprechen.

Auch in Deutschland sind Carbapenem-resistente Enterobakterien angekommen. Martin Kaase vom Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für gramnegative Krankenhauserreger an der Ruhr-Universität Bochum berichtete kürzlich im Bundesgesundheitsblatt (2012; 55: 1401-1404) über eine tendenziell gestiegene Zahl von Einsendungen. Einen repräsen­tativen Überblick über die Situation in Deutschland konnte er allerdings nicht geben. © rme/aerzteblatt.de

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