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Politik

Warum Krankenhäuser in die roten Zahlen kommen

Freitag, 8. März 2013

Ulm – Jedes zweite Krankenhaus in Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Über die Gründe für diese Entwicklung informierten gestern Direktoren und Geschäftsführer von Krankenhäusern aus dem Alb-Donau-Kreis, Aalen, Heidenheim und Ulm bei einem gemeinsamen Treffen.

Ein Grund ist danach, dass die Kosten vor allem für Personal, Verbrauchsgüter, Energie und Haftpflichtversicherungen stiegen, die Kliniken im derzeitigen Finanzierungssystem dafür aber keinen angemessenen Ausgleich erhielten. So seien seit 2006 die Tariflöhne in deutschen Krankenhäusern um 15,9 Prozent gestiegen, die Beträge, die die Kranken­häuser für ihre Leistungen erhalten, aber nur um 8,7 Prozent.

Ein weiterer Grund für die finanziellen Probleme der Krankenhäuser seien unzu­reichende Investitionszuschüsse. „Wir brauchen Investitionen dringend, um vor dem Hintergrund der neuen Herausforderungen effizientere und wirtschaftlichere Strukturen realisieren zu können“, erläuterte Reiner Genz, Geschäftsführer der Kliniken Landkreis Heidenheim gGmbH. Die Krankenhäuser müssten notwendige Umbauten, Sanierungen oder Neubauten aber zu immer größeren Anteilen selbst finanzieren.

Weitere Kosten hätten die Universitätskliniken zu tragen: „Wir stellen für die Notfallver­sorgung rund um die Uhr hoch qualifiziertes Personal aller Fachrichtungen und bestens ausgestattete Räumlichkeiten zur Verfügung. Dieser Aufwand wird im Finanzierungs­system nicht berücksichtigt“, erklärte Rainer Schoppik, der Kaufmännische Direktor des Universitätsklinikums Ulm. Zudem berücksichtige das System nicht die Kosten für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Fachärzten.

„Den öffentlichen Krankenhäusern geht es nicht um Profitstreben. Sie sind der Garant einer hochwertigen Gesundheitsversorgung, die sie auch in Zukunft gewährleisten wollen“, fasste Reinhard Marre, der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Ulm, zusammen.

Auf die Rekord-Finanzergebnisse der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung wies der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Alfred Dänzer, hin. „Die fortgesetzten Kürzungen bei den Krankenhäusern von insgesamt 2,1 Milliarden Euro bis 2014 haben nun jede Rechtfertigung verloren. Im Gegenteil: Es ist der Beweis erbracht, die Kassen sind saniert“, sagte er in Berlin. © hil/aerzteblatt.de

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