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Schmerztherapie bei Rheumapatienten unzureichend

Freitag, 8. März 2013

dpa

Hannover – Patienten mit entzündlichem Gelenkrheuma leiden in Deutschland offenbar häufiger unter starken Schmerzen als in anderen Industrienationen. Eine entsprechende Studie stellte ein deutsch-schottisches Forscherteam um den Rheumatologen Gerd Burmester von der Berliner Charité Universitätsmedizin auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main vor. Die Wissenschaftler hatten dafür 586 Patienten in neun Ländern befragt – allerdings im Jahr 2008.

Die Studie zeigt, dass nur 16 Prozent der Patienten zum Zeitpunkt der Befragung keine Schmerzen hatten. Mehr als die Hälfte gab hingegen an, unter leichten bis mittel­schwe­ren Schmerzen zu leiden, 22 Prozent berichteten über starke Schmerzen. „Die Beein­trächtigung der Lebensqualität und die Schmerzen sind bei den Patienten deutlich stärker ausgeprägt als wir vermutet hatten“, sagte Burmester.

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Das gelte besonders für die Patienten in Deutschland. Mit 39 Prozent war der Anteil von Patienten mit starken Schmerzen hier am höchsten. In den Niederlanden, Großbritannien oder Kanada berichteten hingegen nur 15 beziehungsweise 14 Prozent der Patienten über starke Schmerzen. Befragt hatten die Forscher Patienten in Kanada, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden und Großbritannien.

Ein hohes Niveau der Schmerztherapie nicht nur bei Rheumapatienten in Deutschland signalisiert eine andere in Frankfurt vorgestellte Untersuchung. Für diese Studie forderte die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie Ende 2012 rund 12.000 schmerz­therapeutisch tätige Ärzte verschiedener Fachrichtungen auf, über ihre Erfahrungen mit stark wirksamen Opioid-Analgetika in der Behandlung chronischer Schmerzen zu berichten.

4.283 Ärzte beantworteten die 157 Fragen eines strukturierten elektronischen Interviews. „Entgegen anderslautender Mutmaßungen aus jüngster Zeit belegt unsere Befragung dass schmerztherapeutisch tätige Ärzte rational und differenziert mit stark wirksamen Opioiden umgehen“, resümierte Michael Überall, Vizepräsident der Deutschen Gesell­schaft für Schmerztherapie und Präsident der Deutschen Schmerzliga.

Der Standard sei bei nicht-tumorbedingten Schmerzen die vorübergehende Behandlung über drei bis sechs Monate. Längerfristige Therapien würden regelmäßig überprüft, Monotherapien seien die Ausnahme. „Üblicherweise werden starke Opioide in Kombination mit physio- und psychotherapeutischen Maßnahmen oder im Rahmen multimodaler Komplextherapien eingesetzt“, betonte Überall. © hil/aerzteblatt.de

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