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Ärzteschaft

Klinikärzte fühlen sich durch lange Arbeitszeiten gesundheitlich beeinträchtigt

Montag, 11. März 2013

dpa

Berlin – Fast drei Viertel der Klinikärzte fühlt sich durch ihre Arbeitszeiten im Kranken­haus in ihrer Gesundheit beeinträchtigt, besonders durch Schlafstörungen und häufige Müdigkeit. 89 Prozent der betroffenen Ärztinnen und Ärzte fühlen sich dadurch auch in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. „Das ist ein alarmierender Befund“, kommentierte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes (MB), diese Ergebnisse einer aktu­ellen repräsentativen Umfrage unter Mitgliedern des Marburger Bundes bei deren Präsentation in Berlin.

Vorgenommen wurde die Online-Befragung im Auftrag des Marburger Bundes durch das Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME), Landau, in der Zeit vom 14. Januar bis 15. Februar 2013. Das Institut befragte insgesamt 3.309 Krankenhausärzte, darun­ter  Assistenz-Ärzte, Fachärzte, Oberärzte, Chefarzt-Stellvertreter sowie Chefärzte an Kliniken jedweder Trägerschaft.

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Ein Fokus der Umfrage lag auf den Arbeitszeiten. Drei Viertel der Ärztinnen und Ärzte arbeitet der Befragung zufolge im Durchschnitt mehr als 48 Stunden pro Woche. 47 Prozent erklärten, dass ihre tatsächliche Wochenarbeitszeit inklusive Überstunden und Bereitschaftsdienste im Durchschnitt zwischen 49 und 59 Stunden liegt. Ein Viertel (24 Prozent) der Ärzte ist pro Woche 60 bis 79 Stunden im Dienst und drei Prozent der Ärzte arbeiten sogar durchschnittlich mehr als 80 Stunden pro Woche.

„Diese Arbeitszeiten sind offensichtlich ungesund“, sagte Henke. Ärzte seien dafür da, kranken Menschen zu helfen und sie zu heilen. Wenn sie durch die Arbeit selbst krank würden, könnten sie dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen. „Wir brauchen deshalb auch aus Gründen einer guten Patientenversorgung mehr Ärzte in Deutschland beziehungsweise eine bessere Organisation der Arbeit in den Krankenhäusern und Arbeitszeitmodelle, die dem Wunsch der Ärzte nach weniger Stress Rechnung tragen", betonte der MB-Vorsitzende.

Noch immer wird der Erhebung zufolge bei mehr als die Hälfte der Krankenhausärzte (53 Prozent) die Arbeitszeit nicht systematisch erfasst.  Zudem erklärte jeder fünfte Arzt (21 Prozent, dass seine Überstunden weder vergütet noch mit Freizeit ausgeglichen werden. „Faktisch gehen 30.000 Ärzte im Volldienst regelmäßig leer aus, wenn sie Mehrarbeit leisten. Das empört uns", sagte Henke.

Auch die Wünsche der Klinikärzte analysierte die Umfrage: So würde die große Mehrheit gerne ihre Arbeitszeit reduzieren. 57 Prozent der Befragten MB-Mitglieder erklärten, dass sie eine durchschnittliche Arbeitszeit von 40 bis 48 Stunden pro Woche bevorzugen würden, nur 11 Prozent wollen mehr als 48 Stunden arbeiten. © ER/aerzteblatt.de

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