NewsMedizinFentanyl: Hersteller warnt vor Serotonin-Syndrom
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Fentanyl: Hersteller warnt vor Serotonin-Syndrom

Montag, 11. März 2013

Neuss – Das Analgetikum Fentanyl kann in der intravenösen Anwendung oder als Medikamentenpflaster ein lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom bei Patienten auslösen, die gleichzeitig (andere) serotonerge Wirkstoffe erhalten. Darauf macht der Hersteller von Fentanyl®-Janssen und Durogesic® SMAT in zwei Rote-Hand-Briefen aufmerksam.

Das Serotonin-Syndrom ist gekennzeichnet durch eine klinische Trias aus Verän­derungen des psychischen Zustandes, autonomer Instabilität und neuromuskulären Symptomen. Die Symptome können relativ mild sein mit einer Akathisie des Patienten, der einen leichten Tremor zeigt. Beim Fortschreiten kommt es zu zunehmenden Bewusst­seinsveränderungen und einem zunächst induzierbaren und später spontanen Muskelklonus, bis schließlich eine muskuläre Rigidität auftritt.

Zu den begleitenden autonomen Störungen gehören eine Tachykardie, ein instabiler Blutdruck und eine Hyperthermie. Die Symptome können sich rasch entwickeln, oft innerhalb weniger Minuten nach Verabreichung des Arzneimittels. Bei etwa 60 Prozent der Patienten mit einem Serotonin-Syndrom trat dieses innerhalb von 6 Stunden nach erstmaliger Verabreichung der Medikation, einer Überdosierung oder Änderung der Dosierung auf, warnt Janssen. Zum Tod kann es durch ein Herzversagen im kardialen Schock kommen.

Anzeige

Das Serotonin-Syndrom ist Folge einer vermehrten agonistischen Wirkung an zentralen und peripheren Serotoninrezeptoren. Die Erkrankung wird deshalb in erster Linie mit Medikamenten in Verbindung gebracht, die bekanntermaßen die Konzentration von Serotonin in der Synapse erhöhen. Dies sind in erster Linie selektive Serotonin-Wieder­aufnahmehemmer (SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) und Monoaminooxidase-Hemmer. Das Opiat Fentanyl gehört eigentlich nicht dazu.

Einige tierexperimentelle Studien weisen nach Auskunft des Herstellers aber darauf hin, dass Fentanyl serotonerge Eigenschaften haben kann. In der Monotherapie ist kein Serotonin-Syndrom unter Fentanyl zu befürchten. In der Kombination mit (anderen) serotonergen Agonisten ist dies aber möglich. Der Hersteller macht keine Angaben über die Häufigkeit der Nebenwirkung. Die Warnung dürfte allerdings nicht ohne Anlass erfolgen. Falls ein Serotonin-Syndrom vermutet wird, sollte eine schnelle Beendigung der Fentanyl in Betracht gezogen werden, rät der Hersteller. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. September 2019
Bonn – Die Europäische Arzneimittelagentur hat bestimmte Magensäureblocker mit potenziell krebserregenden Verbindungen zurückgerufen. Es handelt sich um Medikamente mit dem Wirkstoff Ranitidin, wie
Magensäureblocker mit potenziell krebserregenden Verbindungen in EU zurückgerufen
16. September 2019
Amsterdam – Nachdem der Nachweis der krebserregenden Substanz NDMA im letzten Jahr zum Rückruf von Hochdruckmedikamenten mit dem Wirkstoff Valsartan und anderen „Sartanen“ geführt hat, sind jetzt
Karzinogen in Magensäureblocker mit Ranitidin gefunden
4. September 2019
Memmingen – Die Polizei ermittelt gegen drei schwäbische Apotheker wegen verbotener Arzneimittelherstellung. Wie die Beamten gestern berichteten, bestehe aufgrund einer Mitteilung des Landratsamtes
Ermittlungen gegen Apotheker wegen verbotener Arzneimittelherstellung
30. August 2019
Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnt vor schwerwiegenden Leberschäden, zu denen es bei Patienten gekommen ist, die mit den Kombinationspräparaten Mavyret, Zepatier und Vosevi
Hepatitis-C-Therapie: FDA warnt vor Leberschäden
15. August 2019
Berlin – Morgen tritt das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) in Kraft. Darauf hat heute das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hingewiesen. Die Reform soll die
Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung tritt in Kraft
13. August 2019
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat angesichts vermehrter Berichte über Lücken in der Arzneimittelversorgung dazu aufgerufen, die Dimensionen des Problems in Apotheken
KV Nordrhein besorgt über zunehmende Arzneimittelknappheit
29. Juli 2019
Amsterdam und Bonn – Der Verdacht, dass der Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptor-Agonist Fingolimod, der seit 2011 zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) zugelassen ist, Fehlbildungen auslösen kann, hat
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER