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Medizin

Fentanyl: Hersteller warnt vor Serotonin-Syndrom

Montag, 11. März 2013

Neuss – Das Analgetikum Fentanyl kann in der intravenösen Anwendung oder als Medikamentenpflaster ein lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom bei Patienten auslösen, die gleichzeitig (andere) serotonerge Wirkstoffe erhalten. Darauf macht der Hersteller von Fentanyl®-Janssen und Durogesic® SMAT in zwei Rote-Hand-Briefen aufmerksam.

Das Serotonin-Syndrom ist gekennzeichnet durch eine klinische Trias aus Verän­derungen des psychischen Zustandes, autonomer Instabilität und neuromuskulären Symptomen. Die Symptome können relativ mild sein mit einer Akathisie des Patienten, der einen leichten Tremor zeigt. Beim Fortschreiten kommt es zu zunehmenden Bewusst­seinsveränderungen und einem zunächst induzierbaren und später spontanen Muskelklonus, bis schließlich eine muskuläre Rigidität auftritt.

Zu den begleitenden autonomen Störungen gehören eine Tachykardie, ein instabiler Blutdruck und eine Hyperthermie. Die Symptome können sich rasch entwickeln, oft innerhalb weniger Minuten nach Verabreichung des Arzneimittels. Bei etwa 60 Prozent der Patienten mit einem Serotonin-Syndrom trat dieses innerhalb von 6 Stunden nach erstmaliger Verabreichung der Medikation, einer Überdosierung oder Änderung der Dosierung auf, warnt Janssen. Zum Tod kann es durch ein Herzversagen im kardialen Schock kommen.

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Das Serotonin-Syndrom ist Folge einer vermehrten agonistischen Wirkung an zentralen und peripheren Serotoninrezeptoren. Die Erkrankung wird deshalb in erster Linie mit Medikamenten in Verbindung gebracht, die bekanntermaßen die Konzentration von Serotonin in der Synapse erhöhen. Dies sind in erster Linie selektive Serotonin-Wieder­aufnahmehemmer (SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) und Monoaminooxidase-Hemmer. Das Opiat Fentanyl gehört eigentlich nicht dazu.

Einige tierexperimentelle Studien weisen nach Auskunft des Herstellers aber darauf hin, dass Fentanyl serotonerge Eigenschaften haben kann. In der Monotherapie ist kein Serotonin-Syndrom unter Fentanyl zu befürchten. In der Kombination mit (anderen) serotonergen Agonisten ist dies aber möglich. Der Hersteller macht keine Angaben über die Häufigkeit der Nebenwirkung. Die Warnung dürfte allerdings nicht ohne Anlass erfolgen. Falls ein Serotonin-Syndrom vermutet wird, sollte eine schnelle Beendigung der Fentanyl in Betracht gezogen werden, rät der Hersteller. © rme/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #798587
Ahmed Ahne
am Sonntag, 17. November 2019, 00:43

Bei mir als Patient geht es nicht ohne Fentanyl

Bei mir 67 Jahre alt, multimorbid u.a. multiple Infarkte, Diabetes, Vorhofflimmern, generalisierte Spinalkanalstenose über alle Wirbelsäulenbereiche hinweg mit insg. 8 BSV. Für den Grundschmerz 75yG Matixpflaster und für Durchbruchschmerz Abstral 100, ist es nicht so schlimm, schiebe ich die Erneuerung des Matix-Pflasters hinaus und werfe bei Bedarf Tramadol evt. mit 30 Tropfen Novalgin ein. Und das seit 2013
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