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Medizin

Barrett-Ösophagus: Krebsrisiko durch RNA-Biomarker abschätzbar

Dienstag, 12. März 2013

Houston – Die Progressionsgefahr des Barrettösophagus in ein Adenokarzinom können Ärzte möglicherweise künftig durch eine Reihe von RNA-Biomarkern abschätzen. Zu diesem Ergebnis kam eine Arbeitsgruppe um Xifeng Wu des Anderson Cancer Center der University of Texas. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Studie in Cancer Prevention Research (http://dx.doi.org/10.1158/1940-6207.CAPR-12-0276).

Das Barrett-Ösophagus ist eine Metaplasie des magennahen Speiseröhrenepithels. Es entsteht am Übergang der Speiseröhre zum Magen durch chronischen Magen­säure­reflux. Auf dem Boden des Barrett-Ösophagus können sich Adenokarzinome entwickeln, welche in Deutschland 20 Prozent aller Speiseröhrenkarzinome ausmachen. Das tats­ächliche Risiko für diese Progression ist jedoch gering.

Die Forscher verglichen 754 microRNA (miRNA) Sequenzen von 35 gesunden Epithelproben, 34 Barrett-Ösophagusproben und 36 Adenokarzinomproben. Diese RNA Sequenzen beeinflussen in den Zellen die Proteinsynthese. Bei dem miRNA-Vergleich der gesunden und der kanzerösen Proben beobachteten die Wissenschaftler zwei verschiedene Muster der miRNA Expression.

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Die Expressionsmuster der metaplastischen und der kanzerösen Proben ähnelten sich. Diese Veränderung betrachten die Forscher als wichtige frühe Schritte der Karzinomentwicklung. Die unterschiedlichen Entartungsstufen des Barrett-Ösophagus konnten sie mit Hilfe der miRNA bestimmen.

Ein Expressionsmuster gilt laut den Forschern als besonders riskoreich: Bei diesem ist die Expression der miRNA miR-375 herunter reguliert und die Expression von RNA der miR-17-92-Familie herauf reguliert. Dieses Muster fand sich vor allem in den kanzerösen Proben. Wenn Zellen des Barrett-Ösophagus solch ein Expressionsmuster aufweisen, sei besondere Vorsicht angeraten. Das Risko für eine weitere Entartung sein dann erhöht, so die Forscher.

Diese Ergebnisse haben insbesondere für US-amerikanische Patienten eine Bedeutung. Hier machen Adenokarzinome rund 80 Prozent aller Ösophaguskarzinome aus. Die Gruppe vermutet einen kausalen Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Expressionsmustern und der Entstehung des Karzinoms. Daher könnte es sich bei miRNA nicht nur um wertvolle Biomarker handeln, sondern auch um mögliche Ansatzpunkte der Krebstherapie, so die Forscher.

© hil/aerzteblatt.de

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